Konzept zur Berufs- und Studienorientierung
der Goetheschule Hannover
| 1. Präambel |
| 2. Handlungsfelder der Berufs- uns Studienorientierung Handlungsfelder (H) und Kompetenzen 3. Konkrete Umsetzung der Handlungsfelder an der Goetheschule 4. Übersicht der obligatorischen und wichtigsten berufsorientierenden Maßnahmen 4.1 Zukunftstag für Mädchen und Jungen 4.2 Betriebspraktika 4.3 Kompetenzfeststellungsverfahren / Potentialanalyse 4.4 Fachmesse für Ausbildung und Studium 4.5 Workshop „Planlos – jetzt nicht mehr“ 4.6 Studienfeldbezogene Eignungstests („Study-Tests“) 4.7 BO-Workshops Laufwegeberatung zum Übergang von Schule zu Beruf 4.8 Förderschulbereich |
| 5. Weitere Bausteine der Berufsorientierung der einzelnen Fächer 5.1 Jahrgangsstufe 5/6 5.2 Jahrgangsstufe 7/8 5.3 Jahrgangsstufe 9/10 5.4 Jahrgangsstufen 11-13 |
| 6. Weitere Möglichkeiten zum Erwerb beruflicher Kompetenzen |
| 7. Dokumentation berufs- und studienorientierender Maßnahmen |
8. Beiträge der einzelnen Fächer zur Studien- und Berufsorientierung 8.1 Beitrag des Fachs Biologie 8.2 Beitrag des Fachs Chinesisch 8.3 Beitrag des Fachs Darstellendes Spiel 8.4 Beitrag des Fachs Deutsch 8.5 Beitrag des Fachs Englisch 8.6 Beitrag des Fachs Erdkunde 8.7 Beitrag des Fachs Französisch 8.8 Beitrag des Fachs Geschichte 8.9 Beitrag des Fachs Informatik 8.10 Beitrag des Fachs Kunst 8.11 Beitrag des Fachs Latein 8.12 Beitrag des Fachs Mathematik 8.13 Beitrag des Fachs Musik 8.14 Beitrag des Fachs Physik 8.15 Beitrag des Fachs Politik-Wirtschaft 8.16 Beitrag des Fachs Polnisch 8.17 Beitrag des Fachs Religion (ev./kath.) 8.18 Beitrag des Fachs Werte und Normen |
1. Präambel:
Gemäß ihrem Leitbild ist die Goetheschule ein allgemeinbildendes Gymnasium mit dem Ziel, dass seine Schüler*innen im Leben Erfolge erreichen. Die Schüler*innen sollen befähigt werden, ihr berufliches, soziales und privates Leben aktiv zu gestalten. Dabei wird mitgedacht, dass diese Bereiche zusammengehören und miteinander verzahnt sind. Berufswelt und Lebenswelt sind nicht voneinander zu trennen, Berufs- und Lebenswegplanung sind zwei Seiten einer Medaille. Die im Schulprogramm postulierte Entwicklung der eigenen Persönlichkeit soll u.a. dazu führen, dass in einem Prozess, der nicht mit dem Verlassen der Goetheschule endet, ein Studiengang oder Beruf gefunden wird, der zu dieser Persönlichkeit passt und somit ein zufriedenstellendes Leben ermöglicht.
Die gesamte Schule trägt Verantwortung für das Gelingen einer erfolgreichen beruflichen Orientierung. Diese beginnt bereits in Klasse 5 und wird von allen Unterrichtsfächern und allen Lehrkräften getragen. Das vorliegende Konzept wird von allen Schulfächern befruchtet und beeinflusst die Qualitätsentwicklung der gesamten Schule.
Der Besuch eines modernen städtischen Gymnasiums ist heutzutage nicht mehr ausschließlich auf den Erwerb des Abiturs mit anschließendem Studium ausgerichtet. Abschlüsse und Berufswege sind vielschichtig und vielseitig geworden. Somit muss das Konzept dem Umstand Rechnung tragen, dass Schüler*innen u.a. nach der 10. Klasse oder nach dem Erwerb des schulischen Teils des Fachabiturs die Goetheschule verlassen, um zum Beispiel eine Ausbildung zu beginnen oder auf eine spezielle Fachschule zu wechseln. Schüler*innen müssen über diese zahlreichen Möglichkeiten und Wege informiert und dazu befähigt werden, sich begründet für einen individuell sinnvollen Weg zu entscheiden, aber auch Alternativpläne zu entwickeln, sollte „Plan A“ nicht in die Tat umgesetzt werden können. Keine Schülerin und kein Schüler soll bei diesem Weg verloren gehen. Ein „Sicherungsnetz“ soll im Fall der Fälle den Übergang auf einen anderen Ausbildungsweg bzw. eine andere Schulform ermöglichen.
Die Goetheschule versteht sich hierbei als ein unterstützender Partner im Dialog mit anderen Berufsorientierungsinstanzen. Dabei spielen vor allem auch die Eltern der Schüler*innen, als wichtige Begleiterinnen und Begleiter des Prozesses der Berufsorientierung, eine wichtige Rolle. Diese sollen umfassend über schulische Unternehmungen informiert und in die Berufs- und Studienorientierung miteinbezogen werden.
2. Handlungsfelder der Berufs- und Studienorientierung
Das Niedersächsische Kultusministerium nennt in seinem „Musterkonzept mit Handreichungen. Berufs- und Studienorientierung“ sieben Handlungsfelder, die für die Berufs- und Studienwahl von elementarer Bedeutung sind.1
Ziel der Berufs- und Studienorientierung ist es, alle Schüler*innen zu befähigen, den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt oder in ein Studium möglichst eigenverantwortlich zu gestalten. Die Schule vermittelt in diesen Handlungsfeldern die dazu notwendigen Kompetenzen in den Bereichen Fachwissen, Erkenntnisgewinnung und Beurteilung/Bewertung.
Diese sieben Handlungsfelder sind im Einzelnen2:
| Handlungsfeld 1: Reflexion der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen |
| Handlungsfeld 2: Abgleich der Fähigkeiten und Fertigkeiten mit den Anforderungen von Berufen bzw. Studiengängen |
| Handlungsfeld 3: Nutzung der Kenntnisse bezüglich des regionalen und überregionalen Wirtschaftsraumes |
| Handlungsfeld 4: Auswertung praktischer Erfahrungen |
| Handlungsfeld 5: Nutzung von Angeboten und Informationen, Beratung bzw. Unterstützung |
| Handlungsfeld 6: Planung der Berufs- bzw. Studienwahlentscheidung |
| Handlungsfeld 7: Qualifizierte Bewerbung |
2.1 Handlungsfelder (H) und Kompetenzen
| FACHWISSEN | ERKENNTNISGEWINNUNG | BEURTEILUNG/ BEWERTUNG |
Die Schülerinnen und Schüler…. | ||
| H1 Reflexion der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen | ||
| …beschreiben ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen in der Regel unter Berücksichtigung der Ergebnisse eines Kompetenzfeststellungsverfahrens. | … entwickeln auf Grundlage ihrer Erkenntnisse eine erste berufliche bzw. schulische Orientierung. | … reflektieren ihre erste berufliche bzw. schulische Orientierung. |
| H2 Abgleich der Fähigkeiten und Fertigkeiten mit den Anforderungen von Berufen bzw. Studiengängen | ||
| .. beschreiben und verwenden verschiedene Informationsmöglichkeiten. … beschreiben das Anforderungsprofil von Berufen unterschiedlicher Berufsfelder oder von Studienrichtungen | .. erkunden und untersuchen unterschiedliche Berufsfelder und die dahin führenden Bildungswege. | .. reflektieren die Anforderungen von Berufen oder Studiengängen vor dem Hintergrund ihrer Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. |
| H3 Nutzung der Kenntnisse bezüglich des regionalen und überregionalen Wirtschaftsraumes | ||
| .. benennen und beschreiben Geschäftsfelder, Tätigkeitsbereiche und Ausbildungsangebote von Betrieben in der Region bzw. Studienangebote von Hoch-, Fachhochschulen oder Universitäten von favorisierten Studienorten. | … untersuchen den regionalen und überregionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt bzw. Studienangebote an favorisierten Studienorten. … verwenden ihre erworbenen Kenntnisse bei der Praktikumswahl und -durchführung. | … beurteilen die regionalen und überregionalen Besonderheiten sowie die Infrastruktur bezüglich der Ausbildungs- und Studienangebote. |
| H4 Auswertung praktischer Erfahrungen | ||
| … beschreiben ihre Praxiserfahrungen | … stellen ihre Ergebnisse dar und veranschaulichen Praxiserfahrungen. | … bewerten ihre Erfahrungen im Hinblick auf ihren weiteren Bildungsweg. |
| H5 Nutzung von Angeboten zur Information, Beratung bzw. Unterstützung | ||
| … benennen und beschreiben Informations-, Beratungs- bzw. Unterstützungsangebote zur Berufs- oder Studienwahl. | … analysieren für sie geeignete Informations-, Beratungs- bzw. Unterstützungsangebote. | … bewerten kriterienorientiert unterschiedliche Informations-, Beratungs- bzw. Unterstützungsangebote. |
| H6 Planung der Berufs- bzw. Studienwahlentscheidung | ||
| … beschreiben Stationen im Zeitplan zur Berufs- oder Studienwahlentscheidung. … beschreiben für sie relevante Ausbildungs- oder Studienplatzangebote. | … erstellen ihren persönlichen Zeitplan zur Berufs- oder Studienwahlentscheidung. … verwenden ihre erworbenen Kenntnisse bei der Berufs- oder Studienwahlentscheidung | … bewerten Einflussfaktoren auf ihre Berufs- und Studienwahl. … überprüfen mögliche Schwierigkeiten und entwickeln |
| H7 Qualifizierte Bewerbung | ||
| .. beschreiben zielgerichtet Anforderungen von Bewerbungsverfahren. | … planen ihre Aktivitäten für ein konkretes Bewerbungsverfahren. … planen ihre Strategie für ein mögliches Auswahlverfahren. … verwenden ihre erworbenen Kompetenzen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. | … bewerten das Ergebnis ihrer Bewerbung und entwickeln ggf. Handlungsalternativen |
3 Konkrete Umsetzung der Handlungsfelder an der Goetheschule
Die folgende Auflistung gilt als Kern- und zugleich Mindestprogramm der Berufs- und Studienorientierung, das in der Regel für alle Schüler*innen erfahrbar ist. Darüber hinaus werden unter anderem in einzelnen Fachunterrichtsstunden, in individuellen Projekten einzelner Lehrkräfte oder in spezifischen Arbeitsgemeinschaften weitere Aspekte der Berufs- und Studienorientierung aufgegriffen. Dadurch werden den Schüler*innen teilweise auf freiwilliger Basis weitere Angebote unterbreitet, bei denen sie ihre Kompetenzen vertiefen können. Diese weiteren Bausteine werden in den folgenden Kapiteln aufgelistet (siehe Kapitel 5 und 6) oder in den Beiträgen der einzelnen Fachgruppen aufgeführt (siehe Kapitel 8).
H1 Reflexion der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen
Ausgangspunkt und Basis für die individuelle Berufs- und Studienorientierung sind die persönlichen Voraussetzungen der Schüler*innen. Bereits in den Klassenstufen 5/6 sollen sich die Schüler*innen mit der eigenen Persönlichkeit konstruktiv auseinandersetzen und diese entwickeln. Sie beschreiben hier i.d.R. noch ohne expliziten Bezug zur Berufs- und Studienorientierung ihre Fähigkeiten, Interessen und Wünsche. Das geschieht in den unteren Jahrgängen u.a. in den Fächern Religion, Werte und Normen (Rahmenthemen „Ich und meine Beziehungen“ sowie „Lebensgestaltung und Glück“) und im Fach Darstellendes Spiel („Persönlichkeitsentwicklung“). Hierbei erkennen die Schüler*innen bereits frühzeitig, dass die Aspekte Lebensgestaltung und Persönlichkeitsentwicklung mit dem Feld der Berufsorientierung zusammenhängen.
In höheren Klassenstufen entwickeln die Schüler*innen aufbauend auf diesen individuellen Erkenntnissen eine erste berufliche Orientierung und reflektieren diese in Bezug auf die eigene mögliche Zukunft. Dies erfolgt schwerpunktmäßig im Unterricht des Fachs Politik-Wirtschaft in den Klassenstufen 9-11.
Hierzu stehen vor allem die Materialien im „Handbuch für Spurensucher*innen“ der LKJ Niedersachsen3 und die Module 3 bis 6 des Handbuchs „Berufliche Orientierung wirksam begleiten“4 zur Verfügung. Beide Materialsammlungen enthalten zahlreiche Anregungen, sich mit der eigenen Persönlichkeit, den eigenen Stärken und Schwächen, den eigenen Interessen, Fertigkeiten und Fähigkeiten auseinanderzusetzen. Zudem kann die Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten einer Fremdeinschätzung durch Mitschüler*innen gegenübergestellt werden. Die vorliegenden Materialien beinhalten zudem die Möglichkeit, die bei dieser Analyse erzielten Ergebnisse mit konkreten Berufsfeldern und Studienrichtungen in Beziehung zu setzen und somit eine erste berufliche Orientierung zu ermöglichen.
In Klasse 10 findet zur ersten beruflichen Orientierung auch der Workshop der Arbeitsagentur „Planlos – jetzt nicht mehr“ statt. Hier werden den Schüler*innen in einem analogen Testverfahren bereits erste möglicherweise individuell geeignete Berufsfelder und konkrete Berufsmöglichkeiten vorgestellt.
Ein weiterer Baustein dieses Handlungsfeldes ist die Durchführung einer Potentialanalyse im Rahmen der Berufsorientierungs-Unterrichts in Jahrgang 11. Diese erfolgt auf Grundlage der vom Kultusministerium zur Verfügung gestellten digitalen Möglichkeiten der „Kompetenzanalyse Profil AC Niedersachsen“.
H2 Abgleich der Fähigkeiten und Fertigkeiten mit den Anforderungen von Berufen bzw. Studiengängen
Die Ergebnisse der verschiedenen Bausteine des ersten Handlungsfeldes (u.a. „Planlos“, „Profil AC“) sollen von Schüler*innen vertiefend ausgewertet und in Bezug zu ihrer beruflichen Zukunft gesetzt werden. Hierfür sollen sie sich mit den Anforderungsprofilen von Berufen unterschiedlicher Berufsfelder oder Studienrichtungen auseinandersetzen, auch um zu erschließen, welche Bildungswege in den verschiedenen Fällen konkret möglich oder notwendig sind. Sie sollen dabei beurteilen, ob diese Berufsfelder und Studienrichtungen zu ihren individuellen Interessen und Fähigkeiten passen. Dabei erscheint es im digitalen Zeitalter nicht mehr notwendig zu sein, das Berufsinformationszentrum (BIZ) zu besuchen. Stattdessen sollen die Berufsfelderkundungen vor allem im Politik- und BO-Unterricht stattfinden. Flankierend dazu finden Betriebserkundungen individuell bereits ab Klasse 5 beim Zukunftstag, aber auch im Klassenverband (u.a. in den Fächern Erdkunde und Politik) statt.
Als Materialgrundlage bieten sich hier wiederum Module des Handbuchs „Berufliche Orientierung wirksam begleiten“ an, insbesondere die Module 7 – 10.5
H3 Nutzung der Kenntnisse bezüglich des regionalen und überregionalen Wirtschaftsraumes
In diesem Handlungsfeld sollen die Schüler*innen ihr wirtschaftliches Umfeld in den Blick nehmen. Der Wirtschaftsraum Hannover (Stadt und Region) bietet vielfältige Möglichkeiten der Ausbildung und des Studiums. Exemplarisch sollen verschiedene Wirtschaftszweige kennengelernt werden.
Schüler*innen können bei Betriebsbesichtigungen und Informationsveranstaltungen an der Goetheschule Kontakte mit Mitarbeiter*innen der Betriebe und der Hochschulen knüpfen und konkrete Fragen stellen. Für die Praktika in den Jahrgängen 9 und 11 sowie den Zukunftstagen müssen sie den regionalen Wirtschaftsraum in den Blick nehmen, um einen passenden Platz zu finden. Durch die Teilnahme an der Berufsmesse „Vocatium“ lernen die Schüler*innen ebenso viele relevante Anbieter aus dem Hannoveraner Wirtschaftsraum kennen und können Kontakte knüpfen.
Hinzu kommen die Aushänge und Auslagen vor dem Sek-II-Sekretariat, wo u.a. Ausbildungsangebote und Infomaterialien regionaler und überregionaler Hochschulen und Firmen ausgelegt bzw. ausgehängt werden.
H4 Auswertung praktischer Erfahrungen
Im Laufe der Schulzeit werden den Schüler*innen zahlreiche Möglichkeiten geboten, auch praktische Erfahrungen mit der Berufswahl zu machen. Dies beginnt in Klasse 5 mit der ersten Teilnahme am Zukunftstag für Jungen und Mädchen.
Zentrale Elemente in diesem Handlungsfeld stellen die beiden Betriebspraktika dar. Schüler*innen erhalten durch die Praktika die Möglichkeit, die Arbeitswelt hautnah zu erleben und zu verstehen, wie Unternehmen und Organisationen funktionieren. Dies hilft ihnen, den Übergang von der Schule ins Berufsleben vorzubereiten. Zudem dient ein Praktikum dazu, verschiedene Berufe und Tätigkeitsfelder kennenzulernen. Es hilft den Schüler*innen, ihre Interessen, Fähigkeiten und Vorlieben zu erkennen und mögliche Karrierewege abzuwägen. Beide Praktika geben einen realistischen Einblick in den Arbeitsalltag eines bestimmten Berufsfeldes und helfen, idealisierte Vorstellungen zu überprüfen. Schüler*innen können so herausfinden, ob ein Beruf wirklich zu ihnen passt.
Ein erstes einwöchiges Praktikum findet in Jahrgang 9 statt, entweder im sozialen Bereich oder im Handwerk. So sollen Einblicke im handwerklichen Bereich die Schüler*innen ermutigen, sich frühzeitig mit alternativen Karrieremöglichkeiten auseinanderzusetzen und diese als gleichwertige Alternativen wahrzunehmen. Ein zweiwöchiges Betriebspraktikum folgt in Klasse 11, das in der Regel eher auf Studienberufe ausgerichtet sein soll.
Eine Auswertung der Praktikumserfahrungen erfolgt im Rahmen des Politik-Unterrichts. In Jahrgang 11 erfolgt diese durch einen Praktikumsbericht, der die Klausur eines Halbjahres ersetzt. Es besteht zudem die Möglichkeit, die Schüler*innen des folgenden Jahrgangs durch eine Form der Veranschaulichung bzw. Präsentation der Praxiserfahrungen bei der eigenen Praktikumsplatzsuche behilflich zu sein.
Zur Auswertung der Erfahrungen der Praktika dient auch Modul 19 der Handreichungen „Berufliche Orientierung wirksam begleiten“.6
H5 Nutzung von Angeboten zur Information, Beratung bzw. Unterstützung
Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Informationsmöglichkeiten über Berufe und Studiengänge kennen und setzen sich dabei z.B. mit verschiedenen Internetportalen auseinander. Hauptelement der Beratung stellt die Einzelberatung durch unsere Berufsberaterin Frau Ensting von der Bundesagentur für Arbeit dar. Sie kommt alle zwei bis drei Wochen zur Goetheschule und bietet vor allem Schüler*innen der Jahrgänge 10 bis 13 Beratungsgespräche zu allen Themen der Berufs- und Studienorientierung an.
Als Informationsmedium in der Schule werden drei Glaskästen benutzt, in denen aktuelle Poster und große Flyer zu den Themen Ausbildung und Studium angebracht werden. Auch konkrete Stellenangebote und Werbung für Informationsmessen werden dort ausgehängt. Die Glaswände befinden sich direkt vor dem Oberstufen-Sekretariat, an dem alle Schüler*innen täglich vorbei gehen. Vor den Glaskästen stehen zudem Tische, auf denen weiteres Material (Zeitschriften, Karten, Broschüren etc.) ausliegen und bei Bedarf mitgenommen werden können.
Als weiterer Informationskanal wird das schulinterne Mailsystem ISERV benutzt, über das der Beauftragte für Berufsorientierung (Herr Köster) regelmäßig über externe Angebote informiert.
Als verpflichtende Berufsinformationsmesse nehmen alle Schüler*innen im 11. Jahrgang an der „Vocatium“ teil. Diese Messe hat den Vorteil, dass dort mindestens drei verpflichtende und vorher terminierte Gespräche mit konkreten Anbietern (Hochschulen, Firmen) zur Beratung des weiteren Berufsweges durchgeführt werden müssen. Materialgrundlage zur Vorbereitung der Berufs- und Studienmesse können die Module aus „Berufliche Orientierung wirksam begleiten“ sein, insbesondere die Module 17-18.7
In den Jahrgängen 12 und 13 erfolgt eine Freistellung der beiden Jahrgänge für die Hochschulinformationstage.
In Jahrgang 13 wird zudem vom Psychologischen Dienst der Bundesagentur für Arbeit der „Studienfeldbezogene Beratungstest“ (SFBT) durchgeführt, durch den die Schüler*innen wichtige Hinweise darüber erhalten, ob sie für bestimmte Studiengänge geeignet sind.
H6: Planung der Berufs- und Studienwahlentscheidung
Schüler*innen müssen im Laufe ihrer Schullaufbahn eine fundierte Entscheidung darüber treffen, welcher Schulabschluss angestrebt wird und wie es danach weitergehen soll, wobei es immer passieren kann, dass eine getroffene Entscheidung nicht realisierbar ist, sodass Alternativpläne bestehen müssen. Viele Entscheidungen (z.B. für ein Duales Studium oder eine Ausbildung) müssen frühzeitig getroffen werden, um Bewerbungsfristen nicht zu verpassen.
Eine reine Orientierung auf das Abitur und an ein darauf folgendes Studium ist am Gymnasium heutzutage nicht mehr zeitgemäß. Das trifft auch auf die Goetheschule zu. Schüler*innen sollte bereits in der Mittelstufe bewusst sein, dass der Gang durch eine dreijährige Oberstufe nicht alternativlos ist, dass auch z.B. eine Ausbildung eine sinnvolle Möglichkeit darstellen kann und ein Studium auch nach einer Ausbildung begonnen werden kann. Das Aufzeigen von Alternativen und die Reflexion über den individuell passenden Weg sind daher schon von der Mittelstufe an ständige Aspekte des berufsorientierenden Unterrichts. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eine Personalkompetenz, die ihnen ermöglicht Verantwortung für sich selbst zu entwickeln und Selbstständigkeit zu erlangen.
Die konkrete Berufs- und Studienwahlentscheidung ergibt sich aus den ständig anwachsenden und gebündelten Erkenntnisgewinnen aus den vorherigen Handlungsfeldern 1-5. Sämtliche BO-Aktivitäten sind somit auf die Anschlussorientierung ausgerichtet. Konkretisiert wird dieser Prozess durch das Erstellen eines zielgerichteten Zeit- und Maßnahmenplans, der zu verschiedenen Zeitpunkten im Unterricht des Faches Politik bzw. BO angefertigt, überprüft und angepasst wird.
Hilfreich für dieses Handlungsfeld sind die Module 26-29 im Oberkapitel „Entscheidungen treffen“ aus dem Handbuch „Berufliche Orientierung wirksam begleiten“.8
H7: Qualifizierte Bewerbung
Bewerbungen stehen am Ende des berufsorientierenden Prozesses und stellen den ersten Schritt zur Realisierung der individuellen Berufs- oder Studienwahlentscheidung dar. Die Grundlage hierfür liefert das Fach Deutsch, das in der 9. Klasse die erforderlichen Kenntnisse über die Bewerbungsunterlagen und das Bewerbungsverfahren vermittelt. Schüler*innen lernen hier, einen Lebenslauf und eine konkrete Bewerbung zu verfassen. Diese Kenntnisse sollen dann direkt bei der Bewerbung für das einwöchige Betriebspraktikum im 9. Jahrgang benutzt werden.
Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch Informationen über Ablauf und mögliche Inhalte von betrieblichen Einstellungstests, Bewerbungsgesprächen und Assessment-Verfahren. Neben dem Deutschunterricht in der Mittelstufe leisten hier der BO – Unterricht in der 11. Klasse und das Seminarfach in der Qualifikationsphase wichtige Beiträge.
Die Berufsberaterin der Goetheschule steht allen Schülerinnen und Schülern in der Einzelberatung auch bei konkreten Fragen zur Bewerbung zur Seite. Schüler*innen können jederzeit mit ihren Bewerbungsunterlagen zu einem Unterlagen-Check zur Sprechstunde kommen. Ebenso können die Gespräche auf der Berufsmesse „Vocatium“ dazu genutzt werden, die Bewerbungsunterlagen von Fachleuten aus Personalabteilungen der verschiedenen Betriebe überprüfen zu lassen. Dieses kann auch zu konkreten Bewerbungen in den jeweiligen Firmen und Betrieben führen.
4. Übersicht der obligatorischen und wichtigsten berufsorientierenden Maßnahmen
| Klassen 5 – 9 | Klasse 10 | Klasse 11 | Klasse 12 | Klasse 13 |
→ Teilnahme am Zukunftstag → Konkrete Maßnahmen im Förderschulbereich → Modul „Bewerbung“ im Fach Deutsch (Klasse 9) → Einwöchiges Praktikum (Handwerk, Sozialer Bereich) in Klasse 9 → Betriebsbesichtigungen im Fachunterricht | → Workshop „Planlos“ (Arbeitsagentur) → Beginn der individuellen Beratung durch Berufsberaterin → Laufwegeberatung über Möglichkeiten nach Klasse 10 | → Vertiefender BO-Unterricht → Potentialanalyse (Profil A/C) → Besuch der Messe „Vocatium“ (inkl. Vorherige Infoveranstaltung) → zweiwöchiges Betriebspraktikum | →Hochschulinforma-tionstag (Uni, Hochschule) → BO-Workshops | →Hochschulinformations-tag (Uni, Hochschule) → Study-Tests (Psychologischer Dienst der Arbeitsagentur) |
4.1 Zukunftstag für Mädchen und Jungen
Der Zukunftstag für Mädchen und Jungen ist ein bundesweites Angebot mit dem besonderen Ziel, dass Mädchen und Jungen Berufe kennenlernen, die vor dem Hintergrund tradierter Rollenzuweisungen für das eigene Geschlecht eher selten gewählt werden. Damit stellt er einen besonderen Beitrag zur gendergerechten beruflichen Orientierung dar. Schüler*innen der Jahrgänge 5 bis 9 der Goetheschule nehmen an dem Zukunftstag verpflichtend teil und erhalten so die Möglichkeit, sich einen Einblick in vermeintlich typische Berufe des jeweils anderen Geschlechts zu verschaffen. Die Schüler*innen können Angebote von Betrieben und Institutionen wahrnehmen oder Mitglieder ihrer Familie oder ihres Bekanntenkreises an deren Arbeitsplatz begleiten.
Der geschlechtsbezogene Ansatz des Zukunftstages ist jedoch für die Schüler*innen der Goetheschule nicht verpflichtend. Die jeweiligen Aktivitäten werden durch die Klassenlehrkräfte vor- und nachbereitet.
4.2. Betriebspraktika
Betriebspraktika sollen dabei helfen, Schüler*innen auf eine berufliche Tätigkeit vorzubereiten, ihnen Kenntnisse über einzelne Berufe oder Berufsgruppen zu vermitteln, die eigenen Interessen und Talente zu erkennen und Fähigkeiten zu entwickeln. Die Schüler*innen absolvieren zwei Praktika, die mit den Klassenlehrkräften (Klasse 9) oder mit den Fachlehrkräften Politik (Klasse 11) vor- und nachbereitet werden.
Während der Praktika werden die Schüler*innen während des Praktikums in der Regel jeweils einmal von einer Fach- oder Klassenlehrkraft besucht, die sich ein Bild über die Praktikantin bzw. den Praktikanten im Betrieb macht, und zudem bei Problemen der Praktikant*innen oder Beschwerden der Betriebe zu vermitteln versucht.
Das Konzept zur Berufsorientierung an der Goetheschule sieht insgesamt zwei verpflichtende Praktika vor:
| Jahrgang: | Verantwortliche Lehrkräfte: | Praktikumsplätze: |
| Klasse 9 (Januar) | Klassenlehrkräfte (Besuche durch alle Klassenlehrkräfte) | Praktika in Sozialen Berufen oder im Handwerk, Beschränkung auf nähere Umgebung der Schule |
| Klasse 11 (Februar) | Politik-Lehrkraft (i.d.R. Besuche durch die Lehrkraft Politik) | Keine Reglementierung des Praktikumsplatzes, Beschränkung auf Region Hannover |
4.3. Kompetenzfeststellungsverfahren / Potentialanalyse
Das Kompetenzfeststellungsverfahren Profil AC, das vollständig computerunterstützt durchgeführt wird, bietet Schüler*innen eine objektive und strukturierte Analyse ihrer Stärken und Potenziale. Durch interaktive Tests und Aufgaben werden fachliche, soziale und methodische Kompetenzen erfasst, ohne dass äußere Einflüsse das Ergebnis verfälschen. Die digitale Durchführung ermöglicht eine schnelle und präzise Auswertung, wodurch individuelle Förderempfehlungen gezielt abgeleitet werden können. Zudem fördert das Verfahren die Selbstreflexion und hilft Schüler*innen, sich ihrer eigenen Fähigkeiten bewusster zu werden. Die Ergebnisse dienen als wertvolle Grundlage für die Berufs- und Studienorientierung und unterstützen eine passgenaue Zukunftsplanung auf Basis der persönlichen Stärken. Die Potentialanalyse findet an der Goetheschule im 11. Jahrgang im Rahmen des BO-Unterrichts statt.
4.4. Fachmesse für Ausbildung und Studium
Die Teilnahme an der Berufsmesse „Vocatium“ im 11. Jahrgang bietet Schüler*innen eine wertvolle Gelegenheit zur beruflichen Orientierung. Durch persönliche Gespräche mit Unternehmen, Hochschulen und Institutionen erhalten sie authentische Einblicke in verschiedene Berufsfelder und Ausbildungswege. Gezielte, vorab vereinbarte Gesprächstermine ermöglichen eine effektive Vorbereitung und individuelle Beratung. Zudem können Schüler*innen ihre Bewerbungsunterlagen prüfen lassen, wertvolle Kontaktmöglichkeiten knüpfen und potenzielle Arbeitgeber persönlich kennenlernen. Die Messe fördert nicht nur die Entscheidungsfindung für die berufliche Zukunft, sondern schult auch wichtige soziale Kompetenzen wie Kommunikation und Selbstpräsentation. Insgesamt bietet die Vocatium eine praxisnahe und zukunftsweisende Unterstützung für den Übergang von der Schule in das Berufsleben.
4.5. Workshop „Planlos – jetzt nicht mehr“
Der Workshop „Planlos – jetzt nicht mehr“ bietet Jungen und Mädchen der 10. Klassen einen Einstieg in die Welt der Berufe und Studiengänge. Zudem lernen sie die Berufsberaterin der Goetheschule (Frau Carolin Ernsting) kennen, die die Veranstaltung in allen Klassen eigenverantwortlich durchführt. Dadurch soll auch die Hemmschwelle reduziert werden, in den folgenden Jahren einen Beratungstermin bei der Berufsberaterin zu verabreden. Durch einen analog durchgeführten Interessentest erschließen sich den Schüler*innen mögliche individuelle Wege der Berufswahl. Über die Berufswahloptionen, die sich im Test herauskristallisiert haben, werden anschließend digital weitere Informationen eingeholt.
4.6. Studienfeldbezogene Eignungstests („Study-Tests“)
Die Studienfeldbezogenen Eignungstests (SFBT) des psychologischen Dienstes der Arbeitsagentur bieten eine wissenschaftlich fundierte Möglichkeit, die individuellen Fähigkeiten und Interessen von Schüler*innen in verschiedenen Studienfeldern zu überprüfen. Durch spezifische Testverfahren werden kognitive, analytische und fachspezifische Kompetenzen erfasst, die für bestimmte Studiengänge relevant sind. Die Ergebnisse geben eine objektive Einschätzung über die persönliche Eignung und helfen dabei, realistische und fundierte Studienentscheidungen zu treffen. Zudem können sie als Orientierungshilfe für die Wahl des passenden Studiengangs oder Berufsfeldes dienen. Die SFBT bieten somit eine wertvolle Unterstützung für eine zielgerichtete und erfolgreiche Studien- und Berufswahl. Der Test wird auf freiwilliger Basis im 13. Jahrgang angeboten.
4.7. BO-Workshops
Ein Workshop-Tag im 12. Jahrgang bietet den Schüler*innen die Möglichkeit, sich gezielt mit wichtigen Fragen rund um ihre Zukunft auseinanderzusetzen. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur können sie aus einer Vielzahl praxisnaher Workshops diejenigen Themen wählen, die ihren individuellen Interessen und Plänen entsprechen. Ob „Auslandsaufenthalt nach dem Abitur“, „Finanzierung eines Studiums“, Übungen zum Assessment-Center oder „Studium oder Ausbildung?“ – die Workshops liefern wertvolle Informationen und praxisnahe Tipps. Die Schüler*innen profitieren von der Fachkompetenz der Referenten, können offene Fragen klären und ihre berufliche Orientierung weiter schärfen. Dieser Tag unterstützt eine fundierte Entscheidungsfindung für die Zeit nach dem Abitur.
4.8 Laufwegeberatung zum Übergang von Schule zu Beruf
Die Goetheschule versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein Sicherheitsnetz im Übergangsprozess von der Schule in den Beruf zu etablieren, bei dem Beratungsbedarfe, die nicht von den Schüler*innen aktiv formuliert werden, systematisch erkannt werden sollen. Dabei stehen Schüler*innen, deren Anschlussperspektive nach Abschluss des 10. Jahrgangs noch nicht sicher ist, vorrangig im Beratungsfokus. Dazu sollen die Klassenlehrkräfte zum Zeitpunkt der Halbjahreszeugnisse proaktiv Schüler*innen identifizieren, die noch Beratungsbedarf/-interesse haben. Schüler*innen werden dabei für die Inanspruchnahme der Beratungs- und Unterstützungsangebote der Berufsberatung ermutigt. Dadurch wird im Bedarfsfall auch eine direkte Kontaktaufnahme durch die Berufsberaterin in der Schule ermöglicht.
4.9. Förderschulbereich
Berufsorientierung findet an der Goetheschule auch mit den Schüler*innen mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung (BasU) Geistige Entwicklung (GE) statt.
Konkrete Maßnahmen sind hierbei:
→ Reha-Beratung mit Frau de Weber (Arbeitsagentur)
→ Exkursion zum Tag der offenen Tür der Hannoverschen Werkstätten
→ Individuelle Praktika (freiwillig)
→ Gemeinsamer Hospitationstag und zusätzlich individuelle Hospitationen an Förderschulen
→ Exkursion zum Informationstag der Berufseinstiegsschulen am Goetheplatz
5. Weitere Bausteine der Berufsorientierung der einzelnen Fächer
Berufs- und Studienorientierung soll gemäß des BO-Erlasses des Kultusministeriums in allen Jahrgängen stattfinden. Alle Fächer sollen verschiedene Beiträge hierzu leisten. Im Folgenden wird der Versuch unternommen, diese weiteren Beiträge der einzelnen Fächer jahrgangsbezogen aufzulisten. Dabei wird exemplarisch an dieser Stelle nur eine verkürzte (!) Auswahl an Maßnahmen und Bausteinen aufgeführt.
Eine komplette Darstellung der Beiträge der Fächer ist am Anhang angeführt, wo jedes Fach das eigene BO-Curriculum im Detail vorstellt.
5.1 Jahrgangsstufe 5/6
| Chinesisch: | → Einführung des thematischen Wortschatzes zum Thema Arbeit |
| Deutsch: | → Berufe und Arbeitsbedingungen in Film und Fernsehen → Vorgangsbeschreibungen von Arbeitsprozessen |
| Erdkunde: | → Betriebserkundungen (z.B. Bauernhof) → Leben und Wirtschaften in städtischen und ländlichen Räumen → Produktionsabläufe im primären und sekundären Sektor → Charakteristische Wirtschaftsräume |
| Geschichte: | → Arbeiten in der Steinzeit und im Mittelalter (Arbeitsteilung) |
| Informatik: | → Roboter – AG (bis Klasse 13) |
| Latein: | → „Die römische Hausgemeinschaft“: berufliches Leben in Abhängigkeit von der gesellschaftlichen Stellung |
| Musik: | → Die Schüler*innen entdecken Musik in ihrem regionalen Umfeld |
| Werte und Normen: | → Ich und meine Beziehungen (Reflexion der Stellung der eigenen Person im Alltag, Begründung von Vorbildern) → Glück und Lebensgestaltung (Begründung von Berufswünschen, Reflexion von Fähigkeiten und Interessen) |
5.2 Jahrgangsstufe 7/8
| Biologie: | → Berufsfelder in der Forstwirtschaft (u.a. Rohstoff Holz und nachhaltiger Anbau) |
| Chinesisch: | → Umwälzung des thematischen Wortschatzes zum Thema Arbeit (u.a. Einführung der Tätigkeiten eines Arztes / einer Ärztin, eines Pflegers / einer Pflegerin) → Einführung von Kleidungsstücken (in welcher Branche hat man sich wie zu kleiden) und Arbeitsorten (Vermittlung von Arbeitsstätten, um beschreiben zu können, wer wo arbeitet) |
| Darstellendes Spiel: | → Methoden der Annäherung an Rollen → Verwendung organisatorischer Möglichkeiten zur Bekanntmachung eines Projekts → Berufsorientierung: Hineinversetzen in die Denkweisen anderer → Berufe kennenlernen: gestalterische Berufe (z.B. Mediengestalter, Journalist) |
| Deutsch: | → Berufe in Medien und Zeitungsberichten |
| Erdkunde: | → Leben und Wirtschaften im Einfluss unterschiedlicher Klimate → Landnutzung |
| Französisch: | → Im Rahmen der Unité 3 (métro – boulot – dodo): erste Annäherung mit verschiedenen Berufen ; Strukturierung des Tages (Umgang „Privatleben und Beruf“ der Eltern) |
| Geschichte: | → Industrialisierung und Soziale Frage (Arbeitsalltag in Fabriken, Kinderarbeit, Vergleich mit Ausbeutung durch heutige Arbeitsverhältnisse) |
| Informatik: | → Vorstellung der Berufsfelder der Informatik (u.a. Programmierer), Umgang mit Datenbanken, Technische Informatik, Netzwerke-Adminstator, Datensicherheit, Verschlüsselungen. |
| Latein. | → „Die römische Republik“: politische Karriere als berufliche Karriere? → Orientierung als moderne*r Bürger*in in der Politik und Gesellschaft mit Rechten und Pflichten → das Berufsbild des römischen Soldaten und Feldherrn → das Berufsbild der Kunsthistorik und der Archäologie |
| Musik: | → Die Schüler*innen lernen unterschiedliche Musikberufe aus den Bereichen Vermittlung, ausübende Berufe, leitende Berufe (Dirigent, Management…), medizinische Berufe (z.B. Musiktherapie) kennen. → Musik in der Werbung und im Alltag: z.B. Arztpraxis, Kaufhaus → Opernbesichtigungen: Erleben von unterschiedlichen Werkstätten eines Opernbetriebs |
| Politik: | → Konsumentscheidungen Jugendlicher: Einkommensquellen und -verwendung |
| Religion: | → Verantwortlich handeln (Vorbilder wahrnehmen, Kritik an Reichtum und Überfluss, Diakonie als Arbeitgeber) |
| Werte und Normen: | → Das Ich und seine sozialen Rollen (Reflexion von Wünschen, Verhaltensmustern Ansprüchen und Anforderungen durch Vergleich der Erwartungen an verschiedenen Personen sowie externe Erwartungen an die eigene Person) |
5.3 Jahrgangsstufe 9/10
| Chinesisch: | → Einführung der Tätigkeit einer Lehrkraft → Einführung neuen Vokabulars zum Thema Ferien- bzw. Minijob sowie zu Universitäten |
| Darstellendes Spiel: | → Schmink- und Maskenarbeit → Kostümgestaltung, Bühnenbild → Berufsorientierung: Handwerkliche Fähigkeiten entdecken und nutzen, Ästhetik → Berufe kennenlernen: Bühnenbildner, Maskenbildnerin, Architekt, Gewandmeisterin |
| Deutsch: | → Literarische Texte zu Lebens- und Arbeitswelt → Bewerbungsschreiben und Lebenslauf |
| Englisch: | → Thema Arbeitswelt (Preparing for world of work, Thinking about the job world, statistics on work patterns, careers) → Thema Geschäftswelt → Thema Kanada (writing an application mail and CV) |
| Erdkunde: | → Betriebserkundungen (Wirtschaftsunternehmen in Landwirtschaft und Industrie) → Ursachen und Folgen des Strukturwandels → Wirtschaftsräumliche Verflechtungen → Ursachen und Auswirkungen von Mobilität und Migration → Entwicklungsstand verschiedener Länder → Standortfaktoren für Unternehmen der drei Wirtschaftssektoren |
| Französisch: | → Im Rahmen der Unité 2 (Un séjour à l’étranger? Avec plaisir!): u.a. Verfassen eines Lebenslaufs sowie Bewerbungsschreibens; Mündliche Prüfung (simple Bewerbungsgesprächssituation) → Im Rahmen des Module 2 (L’orientation professionelle): u.a. Vorstellung verschiedener Berufe (Medien, Ingenieurwesen, Journalismus etc.); Informationsbeschaffung bei einem Unternehmen; Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche; Auseinandersetzung mit den eigenen Kompetenzen, welche für die Wunschberufe von Relevanz sind; Bewerbungsgesprächssimulation (in Gruppenarbeit als Projekt) |
| Geschichte: | → Wandel der Berufswelt in BRD und DDR (u.a. Rolle der Frau, betriebliche Mitbestimmung, Digitalisierung) |
| Kunst: | → „Bild des Raumes“ (Gestaltung eines architekturbezogenen Projekts) → „Bild der Dinge“ (Design- und Produktgestaltung) → „Bild der Zeit“ (Storyboards, Entstehungsprozesse eines Films) |
| Latein: | → Kunst als Mittel der Selbstdarstellung → diverse Unterrichtsinhalte in Anknüpfung an die Lektüre von Caesars „Bellum Gallicum“ |
| Musik: | → Durch Konzert-, Musical und Opernbesuche erleben die Schüler*innen die Verzahnung der einzelnen Sparten. → Urheberrechtsverletzung gefährdet Arbeitsplätze. Musik als Darstellungsform der Lebenswirklichkeit. |
| Politik: | → Bedeutung der Arbeit für das Individuum → Wandel der Arbeitswelt, Erkundung von Berufsbildern und Berufsfeldern |
| Physik: | → Schüler Ingenieur Akademie (ab Klasse 10) |
| Religion | → Auf der Suche nach Sinn und Erlösung (Glück, schönes und zufriedenes Leben) → Kirche in Staat und Gesellschaft (Berufe im Umfeld von Kirche) |
| Werte und Normen: | → Das Ich und seine sozialen Rollen (Wert von Arbeit, Berufsorientierung und -findung) |
5.4 Jahrgangsstufen 11-13
| Biologie: | → Berufsfelder naturwissenschaftlichen Arbeitens |
| Darstellendes Spiel: | → Theater als kulturelles Phänomen → Berufsorientierung: Technik (Musik, Licht, Medien), Theorien des Schauspielens, Theater als Betrieb, Institution und Berufsfeld |
| Deutsch: | → Texte zur Berufswelt Journalismus / Medien |
| Englisch: | → Thema Praktikum und FSJ (what to do after graduating from high school, volunteer work after graduating) → Thema Auslandsaufenthalte (studying/living abroad) |
| Erdkunde: | → Einladung von Expert*innen (Hinweis auf Berufsmöglichkeiten) |
| Kunst: | → Allgemeine Darstellung künstlerisch orientierter Berufe → Studien-Orientierungsfahrten (im Leistungskurs) |
| Informatik: | → Durchführungen von Betriebsbesichtigungen (z.B. Besuch des Instituts für Mechatronik) → Kooperation mit der Stiftung Niedersachsen-Metall |
| Latein | → Berufsbilder des Redners und Politikers → Berufsbilder des Philosophen und Naturwissenschaftlers |
| Politik: | → Globalisierte politische und ökonomische Prozesse: u.a. Deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb |
| Polnisch: | → Vergleich von Schulsystemen in Polen und Deutschland → Lebenslauf- und Bewerbungsformate → Kennenlernen der journalistischen Tätigkeit durch die Zusammenarbeit mit der polnischen Redaktion POLENFLUG in Hannover |
| Physik: | → Kooperation mit dem Foexlab Schülerlabor der Leibniz Universität → Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik Spitzenforschung hautnah) |
| Werte und Normen: | → Recht und Gerechtigkeit → Grundpositionen ethischen Argumentierens |
6. Weitere Möglichkeiten zum Erwerb beruflicher Kompetenzen
An der Goetheschule gibt es ein breites Angebot an Arbeitsgemeinschaften, Projekten, Sprachförderprogrammen und Freizeitaktivitäten, die wichtige Bausteine in Hinblick auf den Erwerb beruflicher Kompetenzen darstellen. Hier können Schüler*innen eigene Fähigkeiten und Kompetenzen ausbauen sowie eigene Interessen entdecken.
Hierzu zählen u.a. folgende Angebote (in alphabetischer Reihenfolge):
→ Astronomie-AG
→ Auslandsaufenthalte (jährliche Informationsveranstaltung, Präsentationen von Erfahrungsberichten auf der Homepage)
→ Austausch-AGs (China, England, Frankreich, Türkei, USA)
→ Begabungsförderung:
→ Chinesische Kochwerkstatt (Klasse 9)
→ Keramik- und Töpfer-AG
→ Musik: Der Musikzweig der Goetheschule bietet auch über den Unterricht hinaus zahlreiche Möglichkeiten, auf professioneller Ebene und mit hohem Anspruch zu musizieren.
Dazu gehören u.a. folgende AGs und Projekte, die hier lediglich aufgelistet werden. Weitere Informationen zu den einzelnen Aspekten stehen auf der Homepage der Goetheschule:
→ Philosophie-AG
→ Robotik-AG
→ Schulgarten-AG
→ Schulsanitätsdienst
→ Segel-AG (mit Segeltörn)
→ Sprachzertifikate
→ Technik-AG
→ Theater-Projekte (u.a. English Drama Group)
7. Dokumentation berufs- und studienorientierender Maßnahmen
Eine fächerübergreifende Dokumentation der berufs- und stidienorientierenden Maßnahmen findet derzeit an der Goetheschule nicht statt. Die Fachschaft Politik hat sich gegen eine Fortsetzung der Arbeit mit dem „Berufswahlpass“ entschieden. Hier wird zur Zeit eine Alternative gesucht.
8. Beiträge der einzelnen Fächer zur Studien- und Berufsorientierung
8.1 Beitrag des Fachs Biologie
Berufs- und Studienorientierung im Fachunterricht Biologie
Die Untersuchung erfolgt in Absprache mit den jeweiligen Schülern und kann individuelle Schwerpunktsetzungen beinhalten.
Folgende Arbeitsbereiche können in Projektarbeit thematisiert werden:
[Ba]
8.2 Beitrag des Fachs Chinesisch
| Jg | Was? | Schwerpunkte |
| 6 | – Einführung des thematischen Wortschatzes zum Thema Arbeit. | – Vermittlung einiger Berufe (Lehrkraft, Anwalt/ Anwältin, etc.) – Vermittlung syntaktischer Strukturen, um zu erfragen, wer welchen Beruf ausübt, zu welcher Uhrzeit die Eltern zur Arbeit fahren / nach Hause kommen. |
| 7 | – Umwälzung des thematischen Wortschatzes zum Thema Arbeit, – Einführung der Tätigkeiten eines Arztes / einer Ärztin, eines Pflegers einer Pflegerin | – Umwälzung Jg 6, – Vermittlung von Vokabeln, um sich beispielsweise krankschreiben zu lassen sowie Tätigkeiten (Fieber messen) |
| 8 | – Einführung von Kleidungsstücken, Arbeitsorten sowie neuer Berufe | – Vermittlung von Kleidungsstücken, um beschreiben zu können, in welcher Branche man sich wie zu kleiden hat. – Vermittlung von Arbeitsstätten, um beschreiben zu können, wer wo arbeitet. |
| 9 | – Vertiefung der Vokabeln aus Jg 6, 7 und 8, – Einführung weiterer Arbeitsfelder, – Einführung der Tätigkeiten einer Lehrkraft. | – Vermittlung weiterer Berufe (bspw. Ingenieur), – Beschreibung des Werdegangs von Familienmitgliedern (wo hat wer früher gearbeitet / wo arbeitet wer heute?) – Vermittlung von Vokabular, um die Tätigkeiten einer Lehrkraft zu beschreiben, – Vermittlung von Vokabular, um Charakterzüge für gewisse Berufe zu beschreiben. |
| 10 | – Vertiefung des Vokabulars aus den vorherigen Jahrgängen, – Einführung neues Vokabulars zum Thema Ferien- bzw. Minijob sowie zu Universitäten | – Vermittlung von Vokabular, um zu beschreiben, welche Tätigkeiten bei welchem Beruf getätigt werden, – Umwälzung der Schwerpunkte aus den vorherigen Jahrgängen (welche Charakterzüge passen zu welchem Beruf), – die Tätigkeiten von Mini- bzw. Ferienjobs beschreiben (z.B. Nachhilfelehrkraft), – Diskussion über die Relevanz universitärer Abschlüsse (Deutschland vs. China/Taiwan), – Diskussion über die Erwartungen der Eltern hinsichtlich der (Schul- und Universitäts-)Karriere (bspw. Auslandsstudium für eine gute Arbeit oder Gehalt |
[Kö]
8.3 Beitrag des Fachs Darstellendes Spiel
Jahrgang 5/6
→ KC: Theater verstehen
→ Berufsorientierung: Körpersprache, Persönlichkeitsentwicklung
Jahrgang 7/8
→ KC: Verwenden von verschiedenen Methoden der physischen und psychischen Annäherung an Rollen (Rollenbiografie; Haltungen, Gänge, Sprechgestus und optional Status für Rollen erproben)
→ Kenntnis weiterer Methoden der Rollenerschließung und Anwendung dieser (szenisches Interview, perspektivische Briefe, optional Erschließung von Subtexten)
→ Kenntnis und Verwendung organisatorischer Möglichkeiten zum Bekanntmachen eines Projekts (Plakate, Programmheft, Eintrittskarten entwerfen und/oder verkaufen) (optional)
→ Berufsorientierung: Hineinversetzen in die Denkweise anderer
→ Berufe kennenlernen: gestalterische Berufe, z. B. Mediengestalter, Journalist
Jahrgang 9/10
→ KC: Herstellen von Masken, theatrale Schmink- und Maskenarbeit, Maskentypen und deren
Wirkung Masken im geschichtlichen Kontext
→ Kostümgestaltung zu vorgegeben Texten oder Themen Abgrenzung zur Verkleidung wahrnehmen; Bühnenbild und Bühnenformen
→ Berufsorientierung: handwerkliche Fähigkeiten entdecken und nutzen, Ästhetik
→ Berufe kennenlernen: Bühnenbildner, Maskenbildner, Architekt, GewandmeisterIn
Gymnasiale Oberstufe
→ KC: Theatrale Elemente und Verfahren, Theatergeschichte und Theaterformen, Feedback, Kritik und Rezension, Theater als kulturelle Erfahrung und Phänomen
→ Berufsorientierung: Technik (Musik, Licht, Medien), Theorien und Programmatiken des Schauspielen, Rezensionen produzieren, Theater als Betrieb, Institution, Berufsfeld
[Sp]
8.4 Beitrag des Fachs Deutsch
Generelle Vorbemerkung:
Die Berufsorientierung im Deutschunterricht beschränkt sich nicht auf reine Berufskunde, sondern orientiert sich an Kongruenzfragen von Individuum und Lebenswelt. Hierbei bieten literarische Texte in vielerlei Hinsicht Ansatzpunkte für eine produktive Auseinandersetzung (z.B. Identitätsfragen, Adoleszenzfragen etc.). Diese Orientierung bieten die Literaturmodule des Deutschcurriculums.
Des Weiteren gibt es folgende Möglichkeiten, Berufsorientierung im Deutschunterricht unterzubringen.
| Jahrgang | BO-Elemente |
| 5/6 | Berufe und Arbeitsbedingungen in Film und Fernsehen (Modul 4+16); Vorgangsbeschreibungen von Arbeitsprozessen (Modul 7) |
| 7/8 | Zeitungsberichte & Berufe in Medien (Modul 2+11), |
| 9/10 | Literarische Texte zur Lebens- Arbeitswelt (Modul 5+11+ 14) z.B. Brecht-Drama Bewerbungsschreiben & Lebenslauf (Modul 2) in Absprache mit Politiklehrer Argumentationen bzgl. der Arbeitswelt (Modul 13) |
| 11 | Modul 2 Texte zur Berufswelt Journalismus / Medien |
| QP3 | Materialgestütztes Schreiben informierender Texte (Berufs- und Studienfeldern) |
[Sz]
8.5 Beitrag des Fachs Englisch
Einleitend sei es erlaubt festzustellen, dass das Fach Englisch nicht nur einen Beitrag zur Berufs- und Studienorientierung der Schülerinnen und Schüler leistet, sondern auch erheblich zur Studienvorbereitung beiträgt: Angesichts einer globalisierten Welt geht in einer beträchtlichen Anzahl an Studienfächern kein Weg an englischsprachiger Fach- und Forschungsliteratur vorbei. Wer also in der Schule erfolgreich die Fremdsprache Englisch erlernt hat, geht gut gerüstet in sein Studium. Selbstverständlich spielt das Beherrschen der Weltsprache Englisch auch in vielen Ausbildungsberufen eine Rolle. Nicht zuletzt erlangen Schülerinnen und Schüler im Fach Englisch landeskundliche und kulturelle Kompetenzen, die erfolgreiche internationale Kontakte in Studium und Beruf ermöglichen.
Im Folgenden wird – basierend auf dem Angebot der eingeführten Lehrwerke (Klett Green Line) – dargelegt, wie das Fach Englisch Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt, berufliche Ziele national, vor allem aber international erfolgreich zu verfolgen.
Jahrgang 9
Thema Arbeitswelt (Topic 1)
Jahrgang 10:
Thema Geschäftswelt (Unit 1):
Kanada (Unit 3)
Jahrgang 11
Thema Praktikum und FSJ (Topic 1)
Thema Auslandsaufenthalte (Topic 5)
[Kä]
8.6 Beitrag des Fachs Erdkunde
1. Inhalte des KC 5-10 in Erdkunde (2023):
a) Bildungsbeitrag:
Zudem ermöglicht das Fach Erdkunde im Zusammenhang mit seinen wirtschaftsgeografischen Schwerpunkten einen wesentlichen Beitrag zur Berufs- und Studienorientierung über alle Schuljahrgänge. (S.5)
Mit dem Erwerb spezifischer Kompetenzen wird im Unterricht des Faches Erdkunde auch der Bezug zu verschiedenen Berufsfeldern hergestellt. Die Schule ermöglicht es damit den Schülerinnen und Schülern, Vorstellungen über Berufe und über eigene Berufswünsche zu entwickeln, die über eine schulische Ausbildung, eine betriebliche Ausbildung, eine Ausbildung im dualen System oder über ein Studium zu erreichen sind. Der Fachunterricht leistet somit seinen Beitrag zur Berufsorientierung, ggf. zur Entscheidung für einen Beruf. (S.7)
b) Einsatz von Medien:
Erdkunde ist traditionell ein methoden- und medienintensives Fach, in dem Anschaulichkeit und Aktualität eine große Rolle spielen. Schülerinnen und Schüler nutzen eine Vielzahl von klassischen und digitalen Medien. Diese unterstützen die individuelle und aktive Wissensaneignung und fördern selbst gesteuertes, kooperatives und kreatives Lernen. Sie dienen Schülerinnen und Schülern dazu, sich Informationen zu beschaffen, zu interpretieren und kritisch zu bewerten, und fördern die Fähigkeit, Aufgaben und Problemstellungen selbstständig und lösungsorientiert zu bearbeiten. Im Umgang mit Medien erlangen die Schülerinnen und Schüler somit auch Methodenkompetenz. (S.12)
2. Konkrete Anknüpfungspunkte am schulinternen Curriculum Erdkunde
[Me]
8.7 Beitrag des Fachs Französisch
| Jg8 | Im Rahmen der Unité 3 (métro – boulot – dodo) erste Annäherung mit verschiedenen Berufen Strukturierung des Tages (Umgang „Privatleben und Beruf“ der Eltern) |
| Jg9 | Im Rahmen der Unité 2 ( Un séjour à l’étranger? Avec plaisir!) weitere Annäherung in die Berufswelt im Rahmen eines Praktikums im Ausland / FSJ / Minijobs Verfassen eines Lebenslaufs sowie Bewerbungsschreibens Mündliche Prüfung (simple Bewerbungsgesprächsituation) |
| Jg10 | Im Rahmen des Module 2 (L’orientation professionelle) Vorstellung verschiedener Berufe (Medien, Ingenieurwesen, Journalismus etc.) Vorstellung als Kandidatin/ Kandidat am Telefon vor / Informationsbeschaffung bei einem Unternehmen Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche Auseinandersetzung mit den eigenen Kompetenzen, welche für die Wunschberufe von Relevanz sind Bewerbungsgesprächssimulation (in Gruppenarbeit als Projekt) |
8.8 Beitrag des Fachs Geschichte
| Jahrgang | KC-Bezug | BO-Aspekt |
| 5 | Leben in der Steinzeit | → Arbeitsteilung |
| 6 | Leben im Mittelalter | → Berufe im Mittelalter |
| 8 | Industrialisierung und Soziale Frage (z.B. Arbeitsalltag, Kinderarbeit, verschiedene Lösungsansätze) | → Kritikwürdige Arbeitsbedingungen → Ausbeutung durch Arbeit in heutiger Zeit? (Niedriglohnsektor etc.) → „Wie will ich später arbeiten?“ |
| 10 | Lebensbedingungen in den beiden deutschen Staaten (z.B. Wohlstandsentwicklung, Mobilität, Freizeitgestaltung, Geschlechterrollen) | → Wandel der Berufswelt: u.a. Rolle der Frau → Betriebliche Mitbestimmung → aktueller Bezug: Digitalisierung |
| QP1234 | Seminarfach / Leistungskurs Geschichte: | → Informationen über Berufe im Umfeld des Fachs Geschichte (z.B. durch Museumsgespräch) |
[Kös]
8.9 Beitrag des Fachs Informatik
Die Informatik leistet einen Beitrag dazu, dass Schüler u.a. im Unterricht und im Rahmen der Roboter-AG verschiedene Berufsfelder der Informatik kennenlernen, Betriebsbesichtigungen erleben und mit der Universität und der Stiftung Niedersachsen-Metall im Rahmen von Kooperationen zusammenarbeiten können.
→ Roboter-AG: Jahrgänge 5-13
→ Ab Klasse 7 gibt es durchgehend Informatik-Unterricht. Innerhalb der Jahrgänge werden immer Berufsfelder der Informatik in den Blick genommen. Das beinhaltet u.a.: Programmierer, Umgang mit Datenbanken, Technische Informatik, Netzwerkadminstator, Datensicherheit, Verschlüsselungen.
→ Betriebsbesichtigungen werden unregelmäßig durchgeführt (z.B. Besuch des Instituts für Mechatronik): Jahrgänge meistens 10-13. Auch Exkursionen mit Schülern der Roboter-AG wurden realisiert.
→ Kooperation mit der Stiftung Niedersachsen-Metall
[Ga]
8.10 Beitrag des Fachs Kunst
Curriculum für Jahrgang 9/10:
„Bild des Raumes“: Entwicklung und Gestaltung eines architekturbezogenen Projektes.
Hier kann der Beruf des Architekten vorgestellt, sein Werdegang skizziert und seine Arbeitsweise (vom Grundriss zum 3-D-Programm) nachvollzogen werden. Interessant ist die Arbeit mit dem Freeware-Programm „Sketchup“, das den gängigen Profiprogrammen von Architekten schon sehr nahe kommt. Das Multimediamobil der NLM in Kooperation mit der Medienwerkstatt Linden bietet entsprechende Schnellkurse an und kommt hierzu auch in die Schule.
„Bild der Dinge“: Design bzw. Produktgestaltung, prozessorientierter Entwurf eines Gebrauchsgegenstands. Berufsorientierend ist hier allein schon das Wissen um die verschiedenen Schritte, in denen Design entsteht. Welche Arten von Design es gibt und wie man Designer werden kann, lässt sich hier ebenfalls ansprechen.
„Bild der Zeit“: Storyboards, Entstehungsprozess eines Filmes. Hier können die verschiedenen Berufe/Rollen, die im Zusammenhang mit Filmproduktionen existieren, kennen gelernt werden. Bei nicht gekürztem Unterricht kann sogar filmisch gearbeitet werden. Man könnte dann auch z.B. an Wettbewerben teilnehmen, wie z.B. der Filmklappe Niedersachsen. Aber auch die so genannte 5-Shot-Technik, mit der bereits ein kurzer Nachrichtenclip erstellt werden kann, zeigt filmische Arbeit, hier im Bereich Journalismus.
Curriculum für Jahrgang 11:
In diesem Jahrgang soll besonders gut darüber informiert werden, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten man für einen Kunst LK braucht.
Hieran wird sich eine allgemeine Darstellung künstlerisch orientierter Berufe als eine Art Ausblick anschließen (Grafik, Werbung, Film, Fotografie, Illustration, Architektur, Design, Mode…).
Seminarfach Kunst:
Hier können intensive Vorstellungen von künstlerischen Berufen und Studiengängen stattfinden. Schon in der Vergangenheit wurden Personen eingeladen, die ihren Beruf und Werdegang vorgestellt haben (Fernsehmoderator und Produzent Tim Schlüter, Public Relations Expertin Anne Rücker, Architekt Stefan Thöle, Fotografin Friederike von Behren, Kunstvermittlerin Nina Aeberhardt etc…). Auch Ausflüge in die Arbeitswelt sind machbar. Das letzte Semester (13.2) bietet sich geradezu an, um eine berufsorientierende Abschlussphase zu machen. Dies kann z.B. in Form eines verbindlich abzugebenden Workbooks gemacht werden.
Leistungskurs Kunst:
Mit den Leistungskursen unternehmen wir regelmäßige Studien-Orientierungsfahrten, z.B. an die Universität Osnabrück (Wh) oder Münster (Sl). Die SuS werden durch den Fachbereich Kunst geführt und erfahren, wie ein Kunststudium abläuft und was es beinhaltet.
Weitere Kooperationen:
Kooperation mit der Kunstvermittlung des Sprengelmuseums, hier auch mit Fokus auf die weitere Studien- und Berufswahl künstlerisch begabter und interessierter SuS.
8.11 Beitrag des Fachs Latein
Lateinfahrt
Berufsorientierung im Rahmen des Latein – Italien-Austauschs mit Idro-Verbano (u.a. Besuch einer Fabrik, die Heizungen, Autoteile etc. herstellt)
Jahrgang 6
Zum Themenkomplex „Latein und Berufe“ lassen sich folgende passenden Unterrichtsinhalte behandeln:
– „Die römische Hausgemeinschaft“: berufliches Leben in Abhängigkeit von der gesellschaftlichen Stellung
Jahrgang 7
Zum Themenkomplex „Latein und Berufe“ lassen sich folgende passenden Unterrichtsinhalte behandeln:
– „Die römische Republik“: politische Karriere als berufliche Karriere?
– Kennenlernen des „cursus honorum“
– Orientierung als moderne*r Bürger*in in der Politik und Gesellschaft mit Rechten und Pflichten
Jahrgang 8
Zum Themenkomplex „Latein und Berufe“ lassen sich folgende passenden Unterrichtsinhalte behandeln:
– Verhalten in schwierigen Entscheidungssituationen (Berufswahlentscheidung)
– Werteorientierung (Welche Werte sind mir wichtig und leiten meine Berufswahl? Was ist Glück für mich?)
– das Berufsbild des römischen Soldaten und Feldherrn
– das Berufsfeld der Kunsthistorik (Fortwirken des Mythos in der Kunst)
– das Berufsfeld der Archäologie (Hinterlassenschaften der Römer in Deutschland)
Jahrgang 9
Zum Themenkomplex „Latein und Berufe“ lassen sich folgende passenden Unterrichtsinhalte behandeln:
– Kunst als Mittel der Selbstdarstellung
– Funktionalisierung und Finanzierung von Kunst als Mittel der Etablierung, der Ausübung und des Erhalts der Macht
– Kontrolle von Informationen
Jahrgang 10 (Caesar – Bellum Gallicum)
Zum Themenkomplex „Latein und Berufe“ lassen sich folgende passenden Unterrichtsinhalte in Anknüpfung an die Lektüre von Caesars „Bellum Gallicum“ behandeln:
– Relevanz des „Bellum Gallicum“ für politisch interessierte Bürger*innen, aktive Politiker*innen, insbesondere Europa-Politiker*innen als wichtiger Hintergrundquelle: Das Werk macht in weiten Teilen deutlich, wie Europa zu dem geworden ist, was es heute ist.
– Relevanz des „Bellum Gallicum“ für Althistoriker*innen und Historiker*innen zur Geschichte Frankreichs
– Relevanz des „Bellum Gallicum“ für klassische Archäolog*innen: Caesars Schrift als eine wichtige Quelle
– Relevanz der Sprache im „Bellum Gallicum“ als zentralen sprachlichen Bausteins für alle romanischen (z.B. Italienisch; Französisch; Spanisch etc.) und einige nicht-romanische Sprachen (z.B. Deutsch; Englisch) wegen ihrer Klarheit und Eleganz und wegen möglicher etymologischer Herleitungen moderner (Fremd-)Wörter eines gehobene(re)n Registers
– Relevanz des „Bellum Gallicum“ für den militärischen Bereich (Feldherrnpersönlichkeit, militärische Strategien und militärische (Kampf-)Technik; empfohlene Lektüre (zumindest in deutscher Übersetzung) für angehende Offiziere)
Jahrgang 11 (je nach Auswahl des Autors / Werks auch für die Jahrgänge 12 & 13)
Zum Themenkomplex „Latein und Berufe“ lassen sich folgende passenden Unterrichtsinhalte behandeln:
– Berufsbilder des Redners und / oder Politikers: antike Reden und Briefe und ihr Nachleben („Kommunikation in der Antike“): ausgewählte unterschiedlichste aussagekräftige Text(auschnitt)e aus verschiedenen (Literatur-) Epochen aus Reden und Briefen Ciceros und Briefen von: Ovid, Plinius dem Jüngeren, Hieronymus und Petrarca
– Berufsbilder des Philosophen und Naturwissenschaftlers: antike Philosophie und Naturwissenschaft und ihr Nachleben („Denken – ein Schlüssel zur Welt“): ausgewählte unterschiedlichste aussagekräftige Text(auschnitt)e aus verschiedenen (Literatur-) Epochen aus Werken von: Cicero; Seneca; Plinius dem Älteren; Plinius dem Jüngeren; Vitruv; Celsus, Valerius Maximus; Minucius Felix; Laktanz; Hieronymus; Augustinus; Erasmus von Rotterdam; Isidor von Sevilla; Caesarius von Heisterbach; Kopernikus; Luther; Melanchton
[Ha]
8.12 Beitrag des Fachs Mathematik
„Das Lernen von Mathematik erfolgt nicht durch die Übernahme einer fein gegliederten Kette von Gedanken und Wissenspartikeln. Es besteht vielmehr im fortlaufenden Knüpfen und Umstrukturieren eines flexiblen Netzes aus inhalts- und prozessorientierten Kompetenzen.“ [KC Sek.I Niedersachsen 2015]. Anhand der prozessbezogenen Kompetenzen werden im Folgenden die dabei beinhalteten Aspekte zur Berufsorientierung aufgeschlüsselt.
| Prozessbezogene Kompetenzbereiche | Für die BO relevanter Aspekt | Beispiele für konkrete Berufsbezüge |
| Mathematisch argumentieren | Inner- und außermathematisches schlüssiges Begründen bis hin zum formalen Beweisen | Mathematiker Juristen |
| Probleme mathematisch lösen | Systematisches und logisches Denken; Durchhaltevermögen und Anstrengungsbereitschaft entwickeln | Mathematiker, Informatiker; jegliche Berufsfelder |
| Mathematisch modellieren | Übersetzen einer Realsituation in ein mathematisches Modell, Entwicklung einer Lösung im Modell und anschließende Interpretation in der Realsituation | Technische Entwickler im Fahrzeugbau u.a. Industriezweigen; Versicherungsmathematiker; Wirtschaftswissenschaftler; Statistiker |
| Mathematische Darstellungen verwenden | Umgang mit u.a. Tabellen, Graphen, Termen, Diagrammen | Naturwissenschaftliche und technische Berufe; Mediziner; Geographen; Wirtschaftswissenschaftler |
| Mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehen | Darstellung von komplexen Sachverhalten in symbolischer und formaler Sprache, z.B. durch Terme oder Funktionsgleichungen, um sie mathematisch bearbeiten zu können | Mathematiker; Naturwissenschaftliche und technische Berufe; Mediziner; Geographen; Wirtschaftswissenschaftler |
| Kommunizieren | Strukturierung, Dokumentation und Präsentation von Lernwegen und Ergebnissen | Alle Berufsfelder |
[Kre]
8.13 Beitrag des Fachs Musik
Jahrgang 5/6
→ Die SuS entdecken Musik in ihrem regionalen Umfeld
Jahrgang 7/8
→ Die SuS lernen unterschiedliche Musikerberufe aus den Bereichen Vermittlung, ausübende Berufe, leitende Berufe (Dirigent, Management…), medizinische Berufe (z.B. Musiktherapie) kennen.
→ Musik in der Werbung und im Alltag: z.B. Arztpraxis, Kaufhaus
→ Opernbesichtigungen: Erleben von unterschiedlichen Werkstätten eines Opernbetriebs
Jahrgang 9/10
→ Durch Konzert-, Musical und Opernbesuche erleben die SuS die Verzahnung der einzelnen Sparten.
→ Urheberrechtsverletzung gefährdet Arbeitsplätze. Musik als Darstellungsform der Lebenswirklichkeit.
[Hu]
8.14 Beitrag des Fachs Physik
Schüler Ingenieur Akademie
Ingenieure werden dringend gebraucht. Doch in der Schule erfahren Jugendliche oft zu wenig über deren Berufsalltag. Um Schülerinnen und Schülern möglichst realistische Einblicke in typisch ingenieurwissenschaftliche Arbeitsweisen zu geben, wurde das Konzept für ein Kooperationsmodell von Schulen, Hochschulen und Unternehmen entwickelt: die Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA).
Ziel der SIA ist es, naturwissenschaftlich und technisch interessierte und talentierte Gymnasiasten zielgenau in Richtung Studium und Beruf zu orientieren. Pro Jahr stehen in Hannover jeweils 16
Teilnehmerplätze zur Verfügung, um die sich die Schülerinnen und Schüler bewerben müssen. Ein Zertifikat dokumentiert die erfolgreiche Teilnahme.
(ab Jahrgangsstufe 10)
Kooperation Foexlab Schülerlabor der Leibniz Universität
Im Rahmen der Kooperation mit dem Foexlab der LUH haben SuS die Möglichkeit ein Forschungspraktikum im Bereich Physik zu absolvieren und somit tiefere Einblicke in die Arbeit von Physikern zu erhalten.
(für Schüler*innen der QP)
Kooperation Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik
(Albert-Einstein-Institut)
Die SuS haben die Möglichkeit Spitzenforschung hautnah zu erleben und in einem „speed informing“ von den Forschern mehr über die Arbeit in der Wissenschaft zu erfahren.
(für Schüler*innen der QP)
[Bur, Köh]
8.15 Beitrag des Fachs Politik-Wirtschaft
Dem Fach Politik-Wirtschaft fällt im Prozess der Berufs- und Studienorientierung eine zentrale Rolle zu. Der Beitrag des Faches wird bereits im Gesamtkonzept mehr als deutlich.
Im Fach Politik-Wirtschaft wird nahezu der gesamte Berufsorientierungs-Prozess koordiniert und begleitet. Mit dem Erwerb spezifischer Kompetenzen wird im Unterricht des Faches Politik-Wirtschaft u.a. der Bezug zu verschiedenen Berufsfeldern hergestellt. Der Unterricht ermöglicht es damit den Schüler*innen, Vorstellungen über Berufe und über eigene Berufswünsche zu entwickeln. Der Fachunterricht leistet somit einen Beitrag zur Berufsorientierung und zur bewussten Entscheidung für einen Beruf oder Studiengang.
Der Beitrag des Faches äußert sich insbesondere in der Vor- und Nachbereitung diverser Praxistage:
Hinzu kommen im Fachunterricht ab Klasse 8 zahlreiche politisch, sozial und wirtschaftlich relevante Inhalte und Themen, bei denen den Schüler*innen für die Berufswelt zentrale Kompetenzen vermittelt werden und die Relevanz für eine erfolgreiche Lebensplanung beanspruchen können.
Beispiele hierfür sind:
[Gn, Kös]
8.16 Beitrag des Fachs Polnisch
Unterrichtsinhalte in der Einführungs- und Qualifikationsphase:
→ Vergleich von Schulsystemen in Polen und Deutschland
→ Lebenslauf- und Bewerbungsformate
→ Migration von und nach Polen als Thema in Unterrichtsmaterialien
→ Kennenlernen der journalistischen Tätigkeit durch die Zusammenarbeit mit der polnischen Redaktion POLENFLUG in Hannover (geplant in 2. Halbjahr)
→ Kennenlernen des aktuellen polnischen Lebensalltags in Filmen des Filmfestivals „Filmland Polen“ und Vorträge der Leiterin des Filmfestivals „Filmland Polen“ in der Schule und im Kino
Einsatz der Sprachmittlungskompetenz (Deutsch – Polnisch) im Unterricht mit aktuellen Inhalten
→ Unterstützung der Schüler*innen bei den Vorbereitungen für die Wettbewerbe für die polnische Sprache und eventuelle telc – Prüfungen Polnisch
[W-M]
8.17 Beitrag des Fachs Religion (ev./kath.)
| Jahrgang | KC-Bezug | BO-Aspekt |
| 7 | Verantwortlich handeln | → Vorbilder kennenlernen und eigene Handlungsmöglichkeiten wahrnehmen (auch im Beruf) → Ethische Fragestellungen: Reichtumskritik → Aufgabe und Rolle der Diakonie (als einer der größten Arbeitgeber Deutschlands) |
| 9 | Auf der Suche nach Sinn und Erlösung | → Ist Glück machbar? → Wie macht man sich ein ’schönes Leben‘? → Was macht ein zufriedenes Leben aus? |
| 10 | Glaube und Naturwissenschaft / Glaube und Zweifel | → Chancen und Grenzen naturwissenschaftlichen Handelns → Verschiedene Zugänge zur Wirklichkeit (Naturwissenschaft – Geisteswissenschaft) |
| 10 | Kirche in Staat und Gesellschaft | → Kennenlernen von verschiedenen Berufen im Umfeld von Kirche |
[Neu]
8.18 Beitrag des Fachs Werte und Normen
Jahrgangsbezogene berufs- und studienorientierende Beiträge
| Jahrgang | Rahmenthema | Möglicher berufs- und studienorientierender Beitrag |
| 5 und 6 | Ich und meine Beziehungen | Reflexion der (Stellung der) eigenen Person im Alltag Begründung von Vorbildern, erstrebenswertem Verhalten |
| Glück und Lebensgestaltung | Äußerung und Begründung von Berufswünschen Reflexion von besonderen Fähigkeiten und persönlichen Interessen Kennenlernen von Strategien zum Umgang mit (Miss-)Erfolg ggf. durch Rollenspiele | |
| Regeln für das Zusammenleben | Stärkung der Dialogfähigkeit: Vergleich kulturell unterschiedlicher Benimmregeln | |
| Leben in Vielfalt | Kennenlernen unterschiedlicher Möglichkeiten der Lebensgestaltung Reflexion von Vorurteilen und Klischees | |
| Aspekte von Religionen und Weltanschauungen | Schulen der Präsentationstechnik durch Referate zu bestimmten Aspekten von verschiedenen Religionen Entwicklung von Medienkompetenz, die berufsbezogen genutzt werden kann Förderung der Dialogfähigkeit und Toleranz: Auseinandersetzung mit unterschiedlichen (ggf. von Schülern vertretene) religiöse Praktiken | |
| 7 und 8 | Das Ich und seine sozialen Rollen | Reflexion der (Stellung der) eigenen Person im Alltag: Reflexion von Wünschen, Wahrnehmungsrastern, Verhaltensmustern, Ansprüchen und Anforderungen durch Niederschreiben und Vergleich der Erwartungen an verschiedene Personen sowie externe Erwartungen an die eigene Person |
| Konstruktiver Umgang mit Krisen | Schulen der Präsentationstechnik (→ Medienkompetenz) durch Referate zu unterschiedlichen Suchtgefahren oder Anti-Drogen-Kampagnen | |
| Menschenrechte und Menschenwürde | Reflexion der menschlichen Grundbedürfnisse Diskussion aktueller Beispiele von Verletzungen der Menschenrechte unter ethischen Gesichtspunkten. | |
| 9 und 10 | Entwicklung und Gestaltung von Identität | Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ausdrucksformen, Wesenseigenschaften des Menschen insbesondere hinsichtlich seines Geschlechts (Unterscheidung Sex, Gender, geschlechtsspezifische Ansprüche etc.) und der eigenen Endlichkeit → Stärkung der Dialogfähigkeit in Diskussionen zu den genannten Themen Wert von Arbeit, Berufsorientierung und -findung |
| Verantwortung für Natur und Umwelt | reflektieren die Chancen und Gefahren, die sich aus dem menschlichen Umgang mit Natur und Umwelt ergeben können. → Stärkung der Dialogfähigkeit und Urteilsfähigkeit in Diskussionen zu Themen wie Artensterben, Luftverschmutzung, langfristige Zerstörung von Naturlandschaften, Zoos, Intensivtierhaltung, Hungersnöte, Klimawandel etc. setzen sich mit verschiedenen umweltethischen Positionen zum Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt auseinander | |
| Liebe und Sexualität | Förderung der Dialogfähigkeit durch Diskussion von Möglichkeiten und Grenzen sexueller Selbstbestimmung in Vergangenheit und Gegenwart → Weiterentwicklung der Persönlichkeiten der Schülerinnen und Schüler → Entwicklung von Selbstvertrauen | |
| Ethische Grundlagen für Konfliktlösungen | Kennenlernen übergeordneter ethischer Konzepte, Begründungen und Folgerungen Reflexion und ggf. Modifikation der eigenen Handlungsmaximen → Entwicklung von Selbstvertrauen → Entwicklung einer theoretisch fundierten Urteilsfähigkeit bzgl. ethischer Fragen | |
| Wahrheit und Wirklichkeit | Kennenlernen verschiedener Erkenntnistheorien und Reflexion der eigenen Wahrnehmung (Sinnestäuschungen, Manipulation) → Stärkung der Urteilsfähigkeit bzgl. der proklamierten Wahrheitsansprüche von Medien | |
| Deutungsmöglichkeiten und -grenzen von Religionen und Weltanschauungen | reflektieren unterschiedliche Sinnstiftungen und Orientierungsangebote von Religionen und Weltanschauungen und setzen sich mit der Kritik an Religionen und Weltanschauungen auseinander → Stärkung der Dialogfähigkeit und Urteilsfähigkeit | |
| 11 | Pflichtmodul: Recht und Gerechtigkeit | setzen sich mit Prinzipien und Problemfeldern von Gerechtigkeit, Recht, Schuld und Strafe auseinander reflektieren eigene Konzepte zu Gerechtigkeit, Recht, Schuld und Strafe, äußern und modifizieren ggf. Expertenbefragung im Rahmen eines Besuchs der JVA oder Einladen eines Experten (z. B. Anwalt) möglich (Kennenlernen des Berufs des Strafjustizangestellten) |
| 13 | Pflichtmodul: Grundpositionen ethischen Argumentierens | Weitere Differenzierung ethischer Konzepte, Begründungen und Folgerungen (Anknüpfung an Jahrgang 10) Reflexion und ggf. Modifikation eigener Handlungsmaximen → Weiterentwicklung der Persönlichkeiten der Schülerinnen und Schüler → Stärkung einer theoretisch fundierten Urteilsfähigkeit bzgl. ethischer Fragen, in Medizin und Wissenschaft (PID), Wirtschaft (ethischer Egoismus), Medien (Menschenwürde, Kommerzialisierung), Ökologie (Tierethik) |
Ansatzpunkte könnten sein:
Weiterentwicklung der Persönlichkeiten der Schülerinnen und Schüler
Verdeutlichung von Fähigkeiten, Interessen, Stärken
Entwicklung von Selbstvertrauen
Entwicklung von Medienkompetenz, die berufsbezogen benutzt werden kann
Betriebsbesichtigungen, Zusammenarbeit mit Universitäten
Kennenlernen von Berufen
Lebenswegplanung
Expertenbefragungen
Internetbasierte Tätigkeiten (Informationsbeschaffung etc.)
Bewerbungstraining
Präsentationstechniken
Stärkung der Dialogfähigkeit, der Urteilsfähigkeit,….
Diese Punkte sind noch sehr allgemein verfasst. Weitere Ideen bekommt man sicherlich, wenn man die Handreichungen zum Musterkonzept (ab S. 25) oder die Beispiele für Unterrichtssequenzen (ab S. 42) liest.
[Hal]
1 Niedersächsisches Kultusministerium (Hrsg.), Musterkonzept mit Handreichungen. Berufs- und Studienorientierung, Hannover 2017 [Der Materialbad kann kostenlos unter folgender Adresse heruntergeladen werden: https://bildungsportal-niedersachsen.de/allgemeinbildung/uebergreifende-bildungsaufgaben/berufliche-orientierung].
2ebd., S. 3-6.
3LKJ Niedersachsen (Hrsg.), Handbuch für Spurensucher*innen, Hannover 2016.
4„Berufliche Orientierung wirksam gestalten“, hrsg. von der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit, dem Niedersächsischen Kultusministerium und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, Hannover/Berlin 2018, S. 31-54.
5„Berufliche Orientierung wirksam begleiten“, S. 55-78.
6„Berufliche Orientierung wirksam begleiten“, S. 139-146.
7„Berufliche Orientierung wirksam begleiten“, S. 127-138.
8„Berufliche Orientierung wirksam begleiten“, S. 197-217.