Funny Money

Allgemein
27. Juni 2022

On his birthday Henry A. Perkins accidentally picks up the wrong briefcase – one full of money! He assumes it is illegal money and he decides to keep it. Knowing that the former owner must have his briefcase, he hurries home to his wife Jean to book one-way tickets to Barcelona. Then the doorbell rings as they wait for their taxi. A police detective at the door thinks Henry was having sex in the men’s toilet of the local pub – in fact, he was sitting in the loo counting the cash. The doorbell rings again. Another detective arrives having disturbing news for Henry’s wife Jean.

The doorbell rings again. The phone rings. Confusion takes its course. The phone rings again. Henry’s inept attempts to free himself from this impossible situation lead to increasingly hysterical situations involving his desperate wife Jean and their friends Betty and Vic.

Everything is absurd, dubious and hilarious. Everything is about funny money. So come and join us!

Funny Money – oder wie man sich die besten Rosinen aus dem Rosinenbrot pickt
von Florentina Koch

Es gibt Menschen, die kratzen die Marmelade vom Brot, stibitzen sich die Salamischeiben von der Pizza und knabbern beim Magnum-Eis nur die Schokoladenhülle ab. Na, kennen Sie auch so jemanden?
Ich bin mir sicher, dass Sie nun mindestens ein, zwei Personen in Ihrer Umgebung im Kopf haben, auf die genau das zutrifft: Sie gönnen sich – kulinarisch gesehen – nur das Beste, das Außergewöhnliche und halten sich mit dem Schnöden, mit dem Alltäglichen gar nicht auf. Na, an wen denken Sie?
Wenn ich an solche die-Gummibärchen-vom-Marmorkuchen-abkratzenden Menschen denke, denke ich zuerst an Ilka Springmann (Regie).
Nein, wo denken Sie hin? Sie lesen hier eine Theaterrezension! Beileibe möchte ich Ihnen keine Einblicke in die Ernährungsweise von Frau Springmann geben. (Obgleich das sicherlich auch interessant wäre.) Nein, vielmehr möchte ich Ihnen, ihr Agieren als Regisseurin – der fulminantesten Theaterstücke der Goetheschule – anhand dieses Bildes erläutern.
Metaphorisch gesehen haben wir es also mit einer sogenannten Rosinenpickerin zu tun. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen!
Fangen wir also vorne an: Wenn unsere Rosinenpickerin (und diese Bezeichnung möchte ich besonders liebevoll verstanden wissen) sich ein Theaterstück für ihre Truppe aussucht, ist das natürlich nicht irgendein Stück: Ob ein Klassiker wie Shakespeares Macbeth oder ein junges Stück wie Greigs The Monster in the Hall – sie zeigen die Leidenschaft der Regisseurin für höchstunterschiedliche, aber in jedem Fall komplexe Theaterstücke. Ein Wagnis, wenn man bedenkt, dass die Stücke im besten British English präsentiert werden und so – verzeihen Sie – nicht von jedermann gleichermaßen verstanden werden.
Auch Ray Cooneys aberwitzige Komödie Funny Money ist solch ein diffiziles Werk: Henry Perkins (Jan Beckmann: sein Spiel ist einfach nicht in wenige Worte zu fassen (siehe also unten) verwechselt auf der Rückfahrt nach Hause in der U-Bahn seinen Aktenkoffer mit einem anderen, der gefüllt ist mit sage und schreibe 735 000 Pfund. Der bisher unbescholtene Henry Perkins beschließt nun samt Ehefrau Jean Perkins (Veronika Poloczek: nie gab es eine authentischere Betrunkene), das Land schnellstmöglich zu verlassen und ordert daher schon mal das Taxi samt begriffsstutziger, aber pflichtbewussten Taxifahrerin (sensationell komisch: Sophia Lütke-Entrup).
In der Folge tauchen allerlei unterschiedliche Charaktere auf, die Henry entweder beim Bau seines Lügengebäudes unterstützen oder dieses immer wieder drohen, endgültig einzureißen. Da ist der äußerst korrupte Detective Sergeant Davenport (Rainer Kring: wunderbar unsympathisch), der sich die Antworten auf seine Fragen in Geldscheinen geben lässt, sowie die treuen Freunde Betty (Lucia Luislampe: Doris Day is back!) und Vic Johnson (Cedric Gellert: besser kann man nicht auf dem Schlauch stehen), die die Pfeiler des Lügengebäudes bilden, indem sie andere Identitäten für Detective Sergeant Slater annehmen (Letizia Trovato: die personifizierte britische Höflichkeit – niemand wartet geduldiger auf seinen Tee). Dieser nimmt wiederum an, er habe den lieben Henry Perkins jüngst aus der Themse gefischt, weshalb auch Henry nicht mehr der sein kann, der er war.
Sie sehen, schon beim Lesen wird einem leicht schwindlig. Um dem Zuschauer aber immer in dieser turbulenten Verwechslungskomödie auf dem Laufenden zu halten, wer jetzt nun eigentlich wer ist, werden immer wieder Verbrecherfoto ähnelnde Bilder der Darstellerinnen eingeblendet, in der ihre Rolle sowie ihre zweite Rollenidentität beschrieben werden. Auch die (zweideutigen) Witze kann der Zuschauer kaum verpassen, indem er mit Lichteffekten und Musikeinsatz (immer wieder schön: Touch me) subtil auf Lustiges gestoßen wird – in diesem Timing kaum möglich ohne eine äußerst begabte Technikcrew (Louis Schmidt, Fritz Doeleke) und eine fantastische Regieassistentin (Viviane Liebig). Sicher fragen Sie sich, wann denn nun dieser Vergleich mit der Rosinenpickerin endlich wieder aufgegriffen wird? (Bisher erscheint Frau Springmann doch eher als geduldige Sprachtherapeutin für besonders fremdsprachlich unbegabte Erwachsene.) Jetzt: Aber keine Sorge, Sie müssen sich nicht, wie früher im Deutschunterricht abrackern, um eine halbwegs angemessene Interpretation des Sprachbildes zu plausibilisieren, sich nicht fragen, was Kafka eigentlich sagen will: Kurzum: Zunächst stellt die Rosinenpickerin aus einer Vielzahl begabter Schülerinnen unserer Schule ein Ensemble zusammen, die ihre Rolle mit einer Spielfreude spielen, die einen nur euphorisch klatschen lässt – und das gilt vom Hauptdarsteller bis zu den großartigen Statisten.
Dann sucht die Rosinenpickerin sich die besten Stücke aus einer unzählbaren Vielfalt aus, die trotz erheblichen zeitlichen Abstands zum Hier und Jetzt eben in dieses Heute gelungen transportiert werden.
Dann sucht sich die Rosinenpickerin noch besonders langmütige, technisch-begabte Unterstützung und eine treue, kreative und nervenstarke Assistenz aus.
Ja und dann? Dann wühlt sich die Rosinenpickerin durch den süßen Rosinenbrotteig, der hier Goetheschule heißt, und fahndet in den entlegensten Winkeln des Brotes nach DER ROSINE – dem perfekten Hauptdarsteller. Hier ohne Zweifel: Jan Beckmann! Sein extrem witziges, mitreißendes, professionelles Spiel lässt einen laut aufseufzen beim Gedanken daran, dass er nun leider sein Abitur an unserer Schule erfolgreich bestanden hat. Denn leider ließ sich dieser Jan Beckmann ganz schön lange Zeit, bevor er die Bühne der Goetheschule betreten hat.
Schade – aber die Rosinenpickerin kriegt sie am Ende ja doch alle!

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