Endlich! Wir sind fasziniert, euphorisiert und mittendrin!

Allgemein
4. Oktober 2026

Endlich! Das langerwartete Großereignis der Schulgemeinschaft wird per Mail von Schulleiter Michael Schneemann angekündigt: „Bitte beachten Sie, dass es sein kann, dass die Vorstellungen fast so schnell ausverkauft sind wie ein Taylor-Swift-Konzert – eine rechtzeitige Buchung empfiehlt sich daher.“

Tatsächlich, kein Witz: Innerhalb von Minuten waren die Premiere und die Samstagnachmittag-Vorstellung ausverkauft.

Entsprechend groß waren Vorfreude und Anspannung zur Premiere am Freitagabend. Diese Spannung und (Vor-)Freude hielten sich auch die darauffolgenden vier Veranstaltungstage, die ebenfalls ausverkauft waren.

Die ikonischen Eröffnungstakte erklingen und in der schlicht ausgestatteten Schulaula erscheint das Bühnenbild im Hintergrund und auf der Bühne stehen zwei Auktionatoren. Wie gut, dass Dirigent Daniel Meyer bei der Premiere hier noch schnell einen Taktstock für die Aufführung erstehen kann.  Das lärmende, im Raum verteilte Ensemble bildet die Kulisse der Auktion und der Kauf einer antiken Spieluhr ist dann Anlass für den Rückblick in die große Vergangenheit der Oper. Und dann sind wir mitten in einer Opernprobe im Paris der BelleEpoque. Der Chor probt neben den Stars auf der Bühne, das Ballett wird von der gestrengen Ballettmeisterin (Lene Maurer bzw. Clara Schöne) gescheucht und die neuen Käufer der Oper werden herumgeführt und vorgestellt. Eine quirlige Szene beginnt, doch bereits jetzt wirft das Phantom seinen sprichwörtlichen Schatten über das bunte Treiben.

Während es im Hintergrund die Fäden zieht und das Ensemble das Phantom für bedrohliche Vorfälle verantwortlich macht – der gefährliche Kronleuchter wackelt bereits zu Beginn gewaltig – entspinnt sich die Kernhandlung um die junge Sängerin Christine Daaé. Diese wird ganz großartig von Pauline Kampermann bzw. alternierend von Charlotte Hambrock verkörpert, die einfühlsam und beide mit einem erstaunlichen stimmlichen Spektrum die emotionalen Arien der Christine meistern und brillieren. Ob Trauer, Freude oder Furcht: Die Stimme transportiert die Emotionen sicher und glaubwürdig. Der Konflikt spitzt sich zu, denn sie wird umworben von ihrer Jugendliebe Raoul, fühlt sich aber gleichzeitig zu dem geheimnisvollen Phantom hingezogen, das ihr wie ein „Engel der Musik“ erscheint. Raoul wird von Laurenz Hambrock dargestellt und dem jungen Tenor mit seiner warmen Klangfarbe glaubt man den besorgten und gefühlvollen Liebhaber. Sein Kontrahent in der Gunst um Christine ist das legendäre Phantom. Hier zeigt Steffen Thole sein Können und spielt sein professionelles Stimmregister aus. Verzweiflung, Wut und Sehnsucht sind deutlich hörbar und während die Duette mit der jungen Christine sein einfühlsames Piano zeigen, gibt es auch Soli mit Orchester, die raumfüllend die Macht des Phantoms demonstrieren. Insgesamt sind die Rollen hervorragend besetzt: eine Operndiva mit Allüren (Anna Seel) und Startenor Piangi (Arne Milius) zeigen stellvertretend den grellbunten Opernbetrieb der Belle Epoque, beide sehr spielfreudig und operettenhaft. Die neuen Direktoren der Oper (Samuel Fiedler und Hagen Rehab) beleben jede Szene und sind ein echtes Dreamteam, immer etwas planlos, aber in Sorge um Zuschauerzahlen und den guten Ruf ihres Hauses.

Hier zeigt sich eine grundsätzliche Stärke dieser Inszenierung. Es gelingt wiederholt, den etwas tragischen und durchaus pathetischen Stoff von Gaston Leroux zu bereichern. Der bunte Operbetrieb rund um die eingebaute „Hannibal“-Inszenierung führt den Glanz der Oper mit einem Augenzwinkern vor und immer wieder gibt es einen Anlass zum Lachen.

Für das Orchester ist es ein anspruchsvoller Auftrag, diese Partitur mit Opernklängen und modern unterlegten Passagen zu realisieren. Eben noch die lustige Oper auf der Bühne wirft das Phantom einen musikalischen Schatten und verändert unerwartet den Klangkörper. Die Übergänge gelingen geschmeidig. Man vergisst, dass es ja eigentlich „nur eine Schulaufführung“ ist, wenn die Einsätze präzise erfolgen, das Schlagwerk gekonnte Akzente setzt und die Streicher den Schmelz der Belle Epoque verbreiten. „Chapeau“ – wie man damals gesagt hätte!

Das Ballett sorgt wiederholt für gekonnte Effekte und ist ein maßgeblicher Akteur der Stimmung. Der Chor steht mehrfach gut sichtbar im Vordergrund. Mit beiden Strategien gelingt es, dass die Musical-Produktion nicht nur als hervorragende Leistung Einzelner wahrgenommen wird, sondern deutlich wird, dass hier die Stars Chor, Ballett, die Gruppe der Aula-Technik und vor allem das Orchester sind. In den großen Szenen, oft auch mit Bespielung des Zuschauerraumes, sind alle Akteure eingebunden. Die Aula ist in Kerzenlicht getaucht, das Bühnenbild erzeugt Magie und Chor und Ballett erzeugen eine mystische Stimmung. Erst in dem Zusammenspiel zeigt sich die besondere Qualität der Aufführung: Das Musical ist eine Gemeinschaftsproduktion, gewachsen in vielen Stunden Arbeit von Schülern der verschiedenen Gruppen, von Lehrkräften und Unterstützern.

Entsprechend stürmisch ist der Applaus am Ende für wirklich alle Beteiligten, insbesondere für Regie (Ilka Springmann, Heidegret Bleck), Tanzchoreografie (Katrin Buschmann), Orchester (Martin Hurek, Daniel Meyer), Chor (Felix Grimpe), Stimmbildung (Hanno Harms), Organisation (Anja Riemenschneider) und Aula-Technik (Matthias Paesler, Adrian Nikoo und ein großes Team weiterer Helfer).

Im Publikum sind natürlich begeisterte Eltern, Mitschüler und manch eine Lehrkraft. „Wie schön, Teil solch einer tollen Schulgemeinschaft zu sein!“, meint Nicole Neuser. „So schön!“ bricht es aus Christina Gärtner heraus nach der Premiere. Diesen Aussagen werden sich sicherlich alle gern nach den fünf Veranstaltungsabende anschließen.

Danke an das Team des Musicals!

Text: Kerstin Dammann

Fotos: Michael Gellrich, Matthias Ahrens, Laurin Marek

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Lerne die Goetheschule kennen! Wann und wo das geht, verrät unser Maskottchen auf unserer Seite für Viertklässler*innen.
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… finden Sie auf der Website des Regionalen Landesamts für Schule und Bildung Hannover. Bitte geben Sie Ihrem Kind eine Erklärung mit, wenn es bei vorzeitigem Unterrichtsschluss nach Hause gehen darf.

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