Wenn man schon seit Jahren an denselben Ort fährt, möchte man dort alles so vorfinden wie immer: In der gemieteten Strandhütte wird nicht übernachtet, man bleibt gefälligst auf seinem Grundstück und achtet die Privatsphäre der anderen. Party ausgeschlossen, zu laut, zu chaotisch und zu ausgelassen!
Leider ist in diesem Jahr alles anders als sonst: Das alternde Paar Wilma und Margrete (toll gespielt von Karolin Detje und Lerin Omar) treffen wie jedes Jahr auf die etwas jüngeren Bernice und Stan (beeindruckend: Cass Bosse und Bela Altdörfer), die diesmal mit Schwester Pauline (sehr witzig: Nele Schaaf) und Mutter (beißender Humor: Merle Knigge) anreisen. Die mittlere Hütte beleibt jedoch leer, die angestammten Gäste kommen diesen Sommer nicht. Dafür taucht aber der neureiche Doug (sehr überzeugend: Henry Brandes) mit seinen beiden verwöhnten Nichten (Antonia Grieser und Amélie Stein) auf und macht sich auf dem Grundstück breit. Hatte die drei anfangs noch gedacht, dort zu übernachten (VERBOTEN, VERBOTEN, VERBOTEN!!!) stellen sie schnell fest, dass die Hütte ihrem Standard nicht entspricht und sie beschließen, die Nächte im nahegelegenen Luxushotel zu verbringen (NEID!!!). Als ob dies nicht genug wäre, macht sich eine Gruppe von mittellosen jungen Leuten (absolut irre gespielt vom gesamten Team!) am Strand breit: Dieser sei schließlich öffentlich und somit für alle da! Alle spießigen Wertevorstellungen werden nun weiter auf den Kopf gestellt, vor allem als sich herausstellt, dass Doug und Pauline ein Paar sind.
Das Publikum bekommt das bunte Treiben der Hippie-Gruppe (sehr überzeugend angeführt von Miraiam Franke in der Rolle von Mrs. Penfold) hautnah mit, da diese während der gesamten Aufführung auf der in den Zuschauerraum hineinragenden Bühne präsent ist. Für viele Lacher sorgen dabei „Se Tschermans“ (Fay Dormann, Cade Burczyk und Clara Schöne), die heißverehrten „Italians“ (Letizia Trovato und Cade Burczyk) und der jederzeit alles kommentierende Russe, (krasses rollendes R!), gespielt von Elliot ten Voorde. Maske (Letizia Trovato) und Kostüme wirken wie jedes Jahr sehr professionell, die Musik sorgt für passend gute Laune und Urlaubstimmung und rundet die Handlung perfekt ab.
Auch in diesem Jahr zeigt die EDG unter der Leitung von Ilka Springmann, wieviel Spaß Theater machen kann und wie überzeugend ein gut funktionierendes Team ist. Selbst wenn der Stoff diesmal etwas weniger tiefsinnig erscheint, so werden doch tradierte Vorstellungen in Frage gestellt und Anlass zum Nachdenken geboten.
BRAVO – es war ein Genuss
Text: Michaela Worm
Fotos: Matthias Ahrens












