
Am 13.11.2025 trafen wir uns um 7:30 Uhr am Hauptbahnhof Hannover und fuhren im Rahmen des Chemieunterrichts gemeinsam mit Frau Brunnen und Herrn Imhof zur Holborn-Raffinerie nach Hamburg. Schon im ICE bereiteten wir uns vor: In einem Gruppenpuzzle wiederholten wir die wichtigsten Verfahren der Erdölraffinerie: fraktionierte Destillation, Cracken und Reforming. Auf dem Fußweg durch das Industriegebiet durch Hamburg-Harburg überprüften wir mit einem Kahoot, welche Gruppe am besten vorbereitet war.
Die Holborn-Raffinerie hat rund 350 Mitarbeitende und produziert auf etwa 100 Hektar ca. 200.000 Liter Benzine und Mitteldestillate pro Stunde. Das dafür benötigte Rohöl kommt über eine Pipeline aus Wilhelmshaven, da die großen Öltanker-Schiffe nicht bis Hamburg fahren können.
Auf dem Gelände der Raffinerie begrüßten uns zwei Auszubildende und die Ausbildungsleiterin, die uns die Raffinerie und mögliche Ausbildungswege vorstellten. Anschließend erhielten wir unsere persönliche Schutzausrüstung und starteten die Werksführung. Wir sahen hohe Destillationstürme, riesige Wärmetauscher und unvorstellbar große Tanks. Zu allem wurde uns erklärt, wie sie funktionieren, was sie besonders macht und was die Firma unternimmt, damit sie weiterhin zu einer der energieeffizientesten Raffinieren Europas gehört. Auch unsere Fragen zur Technik und zur Ausbildung und Gehalt wurden allesamt beanwortet.

Die unzähligen Rohrleitungen mündeten dann in der Mischstation: Hier werden die einzelnen Komponenten zu fertigen Kraftstoffen zusammengestellt. Von dort hatten wir auch einen guten Blick auf die Destillationstürme und sprachen über Anlagen zur sicheren Abgasbehandlung. Besonders interessant war aber auch der Besuch des explosionssicheren Bunkers, in dem alle Messwerte der verschiedenen technischen Anlagen zusammenliefen und die verschiedenen Kolonnen und Destillatströme gesteuert wurden.
Im Unterricht hatten wir zuvor die Funktionsweise des Ottomotors sowie die Stoffeigenschaften der Alkane als Grundlage von Benzin behandelt. Der Besuch machte die Theorie greifbar und zeigte zugleich, wie vielfältig die Arbeit in einer Raffinerie ist.
Nach dem Rundgang verbrachten wir den restlichen Tag in der Hamburger Innenstadt, etwa in der Europapassage und an der Alster. Gegen 18:00 Uhr traten wir die Rückreise an. Ein erlebnisreicher und interessanter Tag, den wir auch anderen Klassen empfehlen.



