Tagebuch der Schwedenfahrt 2023

Erasmus
20. April 2023

In diesem Jahr findet zum zweiten Mal die Fahrt nach Växjö, Schweden mit der Schweden-AG der Goetheschule Hannover statt. Dabei besuchen wir wieder die zwei schwedischen Gymnasien Teknikum und Katedralskolan. Im Rahmen des Pilotprojektes zum Aufbau eines Austausches zwischen allen drei Gymnasien wird uns die Fahrt von Erasmus+ finanziert.

Wir möchten euch gerne einen Einblick in unsere Erlebnisse bieten und nehmen euch an jedem Tag in unserem Tagebuch mit. Välkomma och har det roligt!

Första dag, söndag den 16.04.2023: Die Anreise

Nachdem wir uns um 8 Uhr am Bahnhof getroffen haben, sind wir pünktlich um 8:36 Uhr in den Zug nach Hamburg gestiegen.

Nach 1,5 Stunden Fahrt haben wir eine kurze Pause bei Mc Donald’s in Hamburg gemacht und sind dann weiter nach Dänemark gefahren. Bei der dreistündigen Fahrt haben wir etwas geschlafen und Karten gespielt.

Von Dänemark sind wir dann nach Schweden gefahren, was relativ lustig war, weil niemand mehr Deutsch gesprochen hat. In Kopenhagen am Flughafen haben wir dann das erste Mal mit dänischen Kronen bezahlt, wir hatten aber nur kurz Zeit, da unser nächster Zug gekommen ist. Wir sind dann um 19:52 Uhr ohne Verspätung und mit einer entspannten Fahrt gut in Växjö angekommen.

Wir haben uns dann kurz unsere Zimmer angeguckt und sind direkt in die Stadt gegangen. Zusammen waren wir erst Tacos essen und sind dann noch schnell Kleinigkeiten einkaufen  gegangen, für die nächsten Tage. Wir haben auch schon direkt unterschiede von Deutschland und Schweden bemerkt, wie Mülleimer, die sprechen und dir danke sagen, wenn du sie benutzt, aber natürlich auf schwedisch. Um 22:00 Uhr haben wir uns dann im Hotel getroffen und besprochen, was wir am nächsten Tag so machen werden. 

Tack och hej, vi hörs imorgon!

Hannah

Andra dag, måndag den 17.04.23: Tyska och svenska på Katedralskolan

Der erste Morgen in Schweden begann mit einem schönen und ausreichenden Frühstück im Hotel.

Die strahlende Sonne machte uns warm für den Tag an der Katedralskolan in Växjö. Sie ist die älteste Schule in Växjö, und lehrt seit dem 17. Jahrhundert die Jugendlichen von Växjö. Denn anders als in Deutschland geht man in Schweden ganze 9 Jahre in die ,,Grundschule‘‘ und dann nur 3 Jahre auf eine gymnasieskola, wie die Katedralskolan.

An der Schule wurden wir herzlich von Barbara begrüßt. Sie ist Deutschlehrerin an der Katedralskolan. Mit ihr hatten wir auch die ersten zwei Stunden Deutsch in einer 11. Klasse. Mit Kennlern-Fragen und kurzer Vorstellungsrunde verbrachten wir die ersten zwei Stunden. Danach bekamen wir von den schwedischen Schüler:innen eine Schulführung, bevor wir in der Schulmensa zusammen gegessen haben. Das Schulessen in Schweden ist übrigens kostenlos und die Qualität ist sehr gut.

Nachdem wir gegessen haben, nahmen wir Teil am Chemie-Unterricht. Es war sehr komisch im schwedischen Unterricht zu sitzen, weil die Lehrmethoden der Lehrkräfte sowie das Schulsystem ganz anders aufgebaut sind. Beispielsweise gibt es keine mündliche Note in Schweden und der Unterricht besteht hauptsächlich daraus, dass die Lehrkraft sofort die Themen erklärt, ohne die Schüler:innen erst nach ihren Vermutungen zu fragen und sie damit in den Lernprozess einzubinden. Heißt, die ganze Zeit redet die Lehrkraft und die Schüler:innen hören zu.

Um unseren schwedischen Wortschatz zu verbessern, nahmen wir auch an einer Schwedischstunde für Anfänger teil. Dort lernten wir die Basics, das Alphabet und ein paar kulturelle Aspekte.

Die letzten zwei Stunden, verbrachten wir wieder in einer Deutschklasse, diesmal einen Jahrgang tiefer. Hier bekamen wir wieder einen Fragebogen, den wir mit den Schwed:innen beantworteten. Nach der Schule um 16:30 Uhr, liehen wir Fahrräder für die nächsten Tage aus und fuhren mit diesen zurück zum Hotel. Abends entschieden wir uns, noch ein bisschen mit dem Fahrrad durch die Stadt und am Växjösjön zu fahren. Das Wetter war herrlich. Die Sonne schien und der Wind fegte uns durch die Haare. Danach holten wir uns in der Stadt was warmes zu Essen und fuhren damit zurück zum Hotel. Um 22:00 Uhr gingen alle auf ihre Zimmer.

Es war ein sehr erfolgreicher Tag.

Vi ser fram emot imorgon, hej då.

Lasse

Tredje dag, tisdag den 18.04.23: Uni und Natur

Nach dem Frühstück sind wir mit unseren Fahrrädern zu der Linnéuniversität gefahren und haben dort eine Tour gemacht. Zuerst hat uns eine Studentin namens Hannah den Campus gezeigt und einiges über das Studieren und Leben an der Linnéuniversität erzählt.

Danach haben wir uns mit Corinna, der Leiterin des deutschen Instituts in einem Seminarraum getroffen. Sie ist vor 20 Jahren mit ihrer Familie aus Deutschland nach Schweden ausgewandert und hat uns von den Erfahrungen ihrer Kinder mit den verschiedenen Schulsystemen erzählt.

Ergänzung von der Queer-AG:

In den Fluren des Universitätsgebäudes sahen wir zahlreiche Flaggen der LGBTQIA+-Community. Vor dem Seminarraum fanden wir sogar dieses Zertifikat:

Dort heißt es, dass die Fakultät einem einem Training zum Umgang mit Personen aus dem LGBTQIA+-Spektrum teilgenommen hat. “Das Training zielte darauf ab, mehr Wissen über die Rechte und die gesundheitliche Situation von Homosexuellen, Bisexuellen, Trans- und Queer-Personen zu vermitteln. Das Training vermittelt Fähigkeiten, um einen integrativen und nicht-heteronormativen Ansatz für Beziehungen bei der Arbeit anwenden zu können.“

Insgesamt wirkte die Uni sehr fortschrittlich in Bezug auf die Sichtbarkeit queerer Personen.

Anschließend sind wir in eine große Shopping-Mall gefahren. Sie hatte einen sehr amerikanischen Still.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause haben wir uns mit dem Fahrrad auf den 7,5 Kilometer langen Weg zur Ruine des Kronoberg Schlosses gemacht. Die Ruine ist momentan nicht begehbar, da sie einsturzgefährdet ist. Sehr interessant fanden wir aber, die jüngste FUnktion des Schlosses. Nachdem das Schloss seine strategische Wichtigkeit verlor, geriet es in Vergessenheit. Ab dem 18. Jahrhundert nutzen die Menschen die alten Steine der Ruine, um Häuser in der Stadt zu bauen.

Die angrenzende Insel Hissö ist ein großes Naturschutzgebiet. Dort waren wir knapp zwei Stunden wandern.

Insgesamt sind wir heute 25 Kilometer Fahrrad gefahren!

Am Abend haben wir Schweden auf einem Skatepark getroffen und mit ihnen den Abend verbracht.

Im Laufe der Zeit erzählten uns immer wieder Einwohner Växjös von dem „Ghetto“ Araby in der Nähe dieses Skateparks bei unserem Hotels. Aus Interesse fuhren wir in dieses Gebiet und sahen uns dort um.Zwischen Hochhäusern und großen Wiesen war das erste was wir dort zu sehen bekamen ein Polizeieinsatz, bei welchem die Beamten zwei junge Männer festnahmen.Kurz danach sahen wir einen Krankenwagen und weitere Polizeiautos ebenfalls in das Gebiet fahren.

Nach einer Recherche erfuhren wir, dass Araby in jedem überprüften Jahr (2015,2017 und 2019) nach der Abteilung für nationale Operationen (Nationella operativa avdelningen) als ein B Gebiet (besonders gefährdetes Gebiet) eingestuft wurde. Das bedeutet, dass die Region von einer hohen Kriminalitätsrate gezeichnet ist. Ein Gebiet dieser Kategorie soll laut Wikipedia durch eine starke Abneigung gegen Gerichtsprozesse sowie Drohungen und Gewalt gegen Zeugen und Kläger geprägt sein.

Der Grund dafür sei die geringe Bildungsquoute sowie Beschäftigungsquote welche bei 47% liegt. Zum Vergleich liegt die Beschäftigungsquote im Rest Schwedens bei 67%. In ganz Schweden gab es 2019 nur 22 solcher als B eingestuften Gebiete. 

Zur Lösung dieses Problems seien „Interessengruppen wie z. B. Immobilienbesitzer und Organisationen benötigt“.

Interessant ist das Araby seit 2015 bis zuletzt als ein solches Gebiet eingestuft ist, was also keine Verbesserung zeigt. 

Quellen: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gefährdetes_Gebiet_(Schweden) und eigene Erkenntnisse

Hej då!

Bela

Fjärde dag, onsdag den 19.04.23: Teknikum und domkyrka

Work in progress…

Femte dag, torsdag den 20.04.23: Kalmar

Am Donnerstag sind wir morgens nach dem Frühstück zum Bahnhof gegangen. Das Wetter war wieder sehr schön und wir sind mit dem Zug eine Stunde nach Kalmar gefahren. Klarmar ist eine kleine Küstenstadt im Südosten Schwedens mit ca. 38 Tausend Menschen.

In Kalmar angekommen sind wir dann kurz durch den Ort gelaufen und haben eine kleine Kunstaustellung mit abstrakten Werken (einige Möbel, Bilder und Gebrauchsgegenstände) besucht, bei der der Künstler Matz Nordell uns sehr nett herumgeführt hat. Ihr könnt euch hier sein Facebookprofil anschauen, um einen kleinen Einblick zu bekommen: https://m.facebook.com/konstnar.nordell/

Dann sind wir weiter, um das Schloss in Kalmar (Kalmar slott) zu besichtigen. Nach einer kurzen Pause im überteuerten Museumsshop sahen wir uns das „Frauengefängnis“ an, dort wurden besonders in der Zeit der Hexenverfolgung Frauen gefangen gehalten und gefoltert. Sie lebten unter brutalen Bedingungen und mussten unter diesen Zwangsarbeit leisten. 

Danach ging es in den etwas netteren Teil des Schlosses und wir lernten einiges über die Geschichte und Kultur von Kalmar. 

Außerdem beinhaltete der Schlossbesuch eine animierte Kunstaustellung über die impressionistische Malerei französischer Künstler von Beginn des 19. bis 20. Jahrhunderts. (Monet, Cézanne,…)

Sie hat, zumindest mich, sehr beeindruckt. 

Auch hier könnt ihr euch gerne deren Website angucken: https://kalmarslott.se/de/utstallningar/monet-friends-alive-2/

Nach dem Besuch im Schloss sind wir dann in die Stadt gegangen, haben etwas gegessen und waren einkaufen. Kalmar hatte sehr viele Läden, die uns interessiert haben, und so verbrachten wir den Rest des Nachmittags mit einkaufen, wobei wir viel Spaß hatten. 

Auf der Rückfahrt nach Växjö gegen 16h haben wir eine Runde geschlafen und sind dann ins Hotel.

Am Abend waren wir nochmal essen, für die Fahrt und Postkarten einkaufen und haben uns auf den Rückweg vorbereitet, indem wir unsere Sachen gepackt haben. Schade, dass wir morgen schon wieder nach Hause fahren!

Tills imorgon,

Klara

Sjätte dag, fredag den 21.04.23: Hemresan – die Heimreise

Heute ist dann Abreise angesagt. Los ging es am Bahnhof in Vaxjö, anschließend sind wir mit dem Zug zum Kopenhagener Flughafen. Unterwegs mussten wir ein wenig warten, da es einige entgegenkommende Züge gab. Es war schade, dass wir schon jetzt weg mussten. Wir hatten gerade begonnen uns wohlzufühlen .

Am Kopenhagener Flughafen wurde uns dann mitgeteilt, das unser Anschlusszug verspätet kommt. Kurz darauf wurde er abgesagt. Das hat man uns aber leider nicht mitgeteilt. Notgedrungen sind wir dann zum Kopenhagener Hauptbahnhof, da dort mehr Züge fahren und wir weiter nach Hause wollten. Im Bahnhof herrschte Chaos, ein Teil der Hochspannungsleitung auf der Strecke nach Deutschland war gerissen. Nachdem wir in Erwartung eines abfahrenden Zugs zu mehreren Gleisen gerannt waren, entschieden wir uns, die Info aufzusuchen. Wir hatten überlegt, ob man sich in Kopenhagen ein Hotel nimmt, bis die Störung behoben ist. Aber doch nicht…

Nachdem wir dann von der Info zu einem Zug nach Ringsted gerannt waren, ging es erstmal dorthin. Ringsted ist eine Kleinstadt, ein halbe Stunde von Kopenhagen. Von dort sollte es dann eine ¾ Stunde mit dem Ersatzbus nach Slagelse gehen, ebenfalls eine Kleinstadt. Dann sollte ein Zug nach Odense fahren und anschließend dann ein Zug nach Flensburg. Mit mehrfachem Umsteigen wären wir dann von Flensburg nach Hamburg gekommen, wo uns dann unsere Eltern hätten abholen sollen (gegen 5 Uhr morgens..).

In Slagelse angekommen mussten wir feststellen, das es zwar viele Busse gab, aber auch viel zu viele Andere, die in diese Busse wollten… zwei Stunden später haben wir dann auch einen Bus erwischt. Zwischendurch bauten Busfahrer auf dem Parkplatz dann noch einen Unfall, war klar. Der Zug nach Odense fuhr, aber wir mussten im Stress zu vier verschiedenen Gleisen rennen, da der Abfahrtsgleis unklar war. Auf dem Weg nach Odense wurde dann klar, dass heute kein Zug mehr nach Deutschland fahren würde. Allerdings konnten wir uns einen Reisebus organisieren, der uns nach Hamburg fuhr. Vorher hatten wir schon fast doch noch ein Hotel in Frederica gebucht. Von dort ging es um 2 Uhr nachts mit dem Metronom nach Hannover. Mc Donalds hatte aber am Hamburger Hauptbahnhof glücklicherweise die ganze Nacht offen. Morgens um 5 Uhr wurden wir dann von unseren Eltern am Hauptbahnhof in Hannover abgeholt. ENDE!

Vi ses snart!

Erik

Ankündigungen

Streik am 29.2. / 1.3.2024:
Durch Streiks im öffentlichen Dienst und im öffentlichen Nahverkehr der Üstra sind am Donnerstag, 29. Februar, und am Freitag, 1. März 2024, Störungen im Schulbetrieb zu erwarten. Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, auf das Fahrrad auszuweichen. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, werden gebeten, über die Haltenhoffstraße anzufahren.
Informationen zu Schulausfällen bei extremen Witterungsverhältnissen:

Nächste Termine

Es sind keine anstehenden Veranstaltungen vorhanden.

Schulleben

Anmeldung Jahrgang 5

Anmeldung

Allgemein
24.02.2024

Das Alte Ägypten in der Klasse 5a

Geschichte
22.02.2024