.

Das Fach Englisch stellt sich vor

Austausch-Spaß


Wohl kaum ein Englischlehrer musste jemals Eltern oder Schülern gegenüber die Sinnhaftigkeit seines Faches verteidigen. In einer Welt voller Anglizismen, in einer Welt, die scheinbar von der amerikanischen Kultur dominiert wird – man denke nur an Musik, Filme, das Internet! -, in einer globalisierten Welt, in der das Englische als Lingua franca dazu dient, private und wirtschaftliche Kontakte über die Grenzen der Länder und Kontinente hinweg zu pflegen, in so einer Welt also ist allen bewusst, dass dem Lernen der englischen Sprache nolens volens eine große Bedeutung zukommt.
Wie sieht nun ein moderner Fremdsprachenunterricht aus, der die Schüler fit macht für die Anforderungen dieser globalisierten Welt? Stärker als jemals steht die kommunikative Kompetenz des Lernenden im Vordergrund. Das Lernen des Wortschatzes, der Aussprache, der Grammatik oder der Orthographie ist kein Selbstzweck, sondern hat eine dienende Funktion. Ziel ist die Fähigkeit, sich verständlich und angemessen in der englischen Sprache – schriftlich wie mündlich – mitzuteilen, und die Fähigkeit, englischsprachige Texte – gelesene oder gehörte – zu verstehen. Aber auch das Verstehen von Filmen ist Teil des modernen Fremdsprachenunterrichts, zudem die sogenannte Sprachmittlung, also die sinngemäße und situationsabhängige Übertragung, und last but not least das Erlangen einer kulturellen Kompetenz, denn was nützt dem Lernenden die geballte sprachliche Kompetenz, wenn er im Kontakt mit Menschen anderer Kulturen von einem Fettnäpfchen ins nächste stapft? Gelungene Kommunikation hat natürlich viel mehr Seiten als „nur“ die Sprache.
Das dargelegte Verständnis eines modernen Englischunterrichts schlägt sich entsprechend in den Unterrichtsinhalten und -methoden wie auch in den Leistungsüberprüfungen nieder. Vor Jahren schon wurden daher „alte“ Formate in Klassenarbeiten, z.B. reine Grammatikarbeiten, durch neue, international favorisierte Formen ersetzt. Zudem ergänzt eine rein mündliche, monologische und dialogische Überprüfung in mehreren Jahrgängen die Reihe der schriftlichen Leistungskontrollen. Das in der Mittelstufe eingeführte Lehrbuch G21 aus dem Cornelsen-Verlag (ab Schuljahr 2016/17 Green Line von Klett in den Jahrgängen 5-7 und danach "hochwachsend") bietet uns als Lehrwerk auf der Höhe der Zeit gute Voraussetzungen und Anregungen für einen lebendigen und modernen Unterricht. Für die Abrundung der kulturellen Kompetenz unterhält die Goetheschule verschiedene Austauschprojekte, iin deren Rahmen kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten „live“ kennengelernt werden können: Fahrten nach Bristol (GB) und Fort Smith (USA) führen in die Länder der Muttersprachler, aber auch auf einem Austausch mit unserer chinesischen Partnerschule in Schanghai kann man mit Englisch als internationaler Verkehrssprache (Lingua Franca) die praktische Bewältigung von Begegnungssituationen erleben.
Wer nach dem Unterricht noch Luft und Lust für mehr Englisch hat, ist bei der englischsprachigen Theatergruppe gut aufgehoben. Die traditionsreiche „English Drama Group“ bietet für die Schülerschaft am Franziusweg die Möglichkeit, einmal jährlich eine große Inszenierung auf die Bühne zu bringen. Immer noch nicht genug? Wie wäre es denn mit der Teilnahme an einem Fremdsprachenwettbewerb…?

Hannover, im Schuljahr 2015/16

K. Kämmerer, OStR (Leiter des Faches)