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Mit ‘Pomp and Circumstance‘ in den Ruhestand - Verabschiedung unseres Schulleiters Wilhelm Bredthauer

Am 26.1.2017 haben wir unseren Schulleiter Wilhelm Bredthauer nach 22 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Zunächst bei einem Festakt in der schuleigenen Aula mit anschließendem Empfang und abends noch mit einem festlichen Konzert der Fachgruppe Musik in der Herrenhäuser Kirche. Catharina Deege und Alina Sviridenko, beide Schülerinnen der Q34, waren dabei und berichten aus ihrer Sicht:

 

Verabschiedung Br - am Rednerpult

 

Ein überwältigender Abschied nach 23 Jahren

Es muss etwas Wichtiges, etwas Großes sein, wenn Oberbürgermeister Stefan Schostok, das Kollegium, sowie Ehemalige, die Bigband, Klassen-, Jahrgangs- und Schülersprecher beisammen sind und die schwarzen Vorhänge der Aula in kräftigen blau-grünen Scheinwerfertönen erstrahlen.
Es muss etwas Außerordentliches passieren, wenn Lehrer und Schüler musikalisch ihr Bestes geben und die gesamten Gäste der Veranstaltung am Ende eine Standing-Ovation erster Klasse auslösen.
Es muss etwas Bedeutendes sein an diesem Tag um 12 Uhr.
Die Leute treten ein, die Geräuschkulisse lässt vereinzelt ein „Schön, dich wiederzusehen“ oder andere Begrüßungen vernehmen. Unterbrochen werden die Gespräche durch den starken Einsatz der Bigband unter der Leitung von Herrn Meyer. Mit wundervollen Jazzklassikern schlängeln sich die Musiker als roter Faden durch die Veranstaltung – sie sind der erste und der letzte Programmpunkt.
Nach Herrn Schneemanns Begrüßung hält Hannovers Oberbürgermeister eine Rede. Stefan Schostok fühlt sich geehrt, lobt die Vielfalt an der Goetheschule und damit verbunden natürlich Herrn Bredthauer, für den heute alle beisammen sind um ihn in den Ruhestand zu verabschieden. Jetzt ist es raus. Es ist ein emotionales Ereignis für alle und besonders für ihn selbst, nach mehr als zwei Jahrzehnten als Schulleiter des größten Gymnasiums Hannovers.
Regine Bittorf, Bezirksbürgermeisterin der Stadtteile Herrenhausen und Stöcken sagt kurz aber knackig danke, bevor Andreas Stein vom Niedersächsischen Kultusministerium betont, wie sehr Wilhelm Bredthauer Dinge bewegt hat. Ganze 16 Änderungen im Niedersächsischen Schulgesetz seien nur aufgrund seiner Ideen und Einwände entstanden. Schade findet Stein, dass er in Zukunft keine wöchentlichen Statements von Bredthauer zur Bildungspolitik in der Hannoverschen Allgemeine Zeitung mehr finden würde.
Die Stimmung ist locker. Alle lachen beherzt, als Heidegret Bleck alias „Black Magic Woman“ auftritt und auf die gemeinsame Zeit zurückblickt, sowie ihm und seiner Frau eine Zukunft in der Fernsehshow „Let's dance“ vorhersagt.
Die Zeremonie ist gefüllt von Anekdoten, dankenden Worten und melancholischen Rückblicken. Es ist stets persönlich und niemals grob. Selbst wenn Daniel Meyer und Stefan Schulz ukulelespielend „Das bisschen Schule macht sich von allein, sagt Giselas Mann“ singen, sind sich alle  bewusst, wie sehr ihnen der ehemalige Schulleiter fehlen wird. Giselas Mann. Er trägt viele Namen an diesem Tag. Bredti, Willi, Wilhelm. Jeder so, wie er mag. Besonders zutreffend ist „Bredti“, wenn Herr Köhncke im Namen der Physik-Fachgruppe von dem Elementar-Teilchen namens Bredti redet, welches durch die Schule wanderte und stets kleinere Teilchen ins Klassenzimmer wie magisch hinter ihm anzog.
Für die Schüler, hautnah aus dem „Inneren der Schule“ , steht Dilay Celik bereit. Die Schülersprecherin richtet nette, authentische Worte an Bredti, Willi, Wilhelm.
Im Namen der Elternvertretung bedankt sich Dr. Hartwig Jeschke für die stets angenehme Zusammenarbeit.
Für Herrn Bredthauer war die  Mathematik schon immer von großer Bedeutung. Sandra Kretschmer weiß jedoch auch, dass er ein großer Musik- und Architekturliebhaber ist und überreicht ihm nach ihrer Rede im Namen der Mathematik-Fachgruppe Karten für die Semperoper in Dresden.
Jeder Redner wird am Ende von dem ehemaligen Schulleiter geherzt, die Dankbarkeit beider Seiten ist bis zur letzten Reihe zu spüren. Gute Laune liegt in der Luft, besonders nachdem „Frieda und Anneliese“ aka Christiane Deutschmann und Ilka Springmann, sowie Herr Paesler und ein Projektensemble aus 8b und EP1 für wunderbare Unterhaltung sorgen.
Nachdem Oberstudienrat Martin Stuckmann das Publikum mithilfe von Worten zurückblicken lässt, bietet Constanze Krohnes Powerpoint-Präsentation mit passender Musik einen Rückblick mithilfe von Fotos des ehemaligen Schulleiters.
Die Zeremonie ist voller Abwechslung. Man könnte meinen, bei einer dreistündigen Veranstaltung würden die Gäste aller Altersgruppen irgendwann auf dem Stuhl herumrutschen, jedoch ist dies nicht der Fall. Es wird aufmerksam zugehört, einzig beherzte Lacher unterbrechen das volle Programm mit gutem Gewissen.
Herr Schneemann, der künftige Schulleiter dieses Gymansiums kommt selbstverständlich auch zu Wort. Am Ende steckt er Wilhelm Bredthauer die berühmtberüchtigte Goethe-Nadel an. Im Gegenzug gibt es einen Glückspfennig von Bredti, Willi, Wilhelm im Anschluss an seine Abschiedsworte.
Die letzte offizielle Rede als Schuldirektor wird gehalten, nachdem er von Dr. Christian Stock von der Landesschulbehörde eine Urkunde überreicht bekommt und aufrichtig für die konstruktive Zusammenarbeit gelobt wird.
Die Menge steht ohne eine Sekunde zu zögern beim Applaus auf, es wird laut gepfiffen und außerordentlich lange geklatscht. Blumen gibt es an diesem Tag nicht nur für die Hauptperson dieser Veranstaltung, auch seine Ehefrau Gisela und Frau Meyer, die langjährige Sekretärin der Goetheschule werden blumenreich beschenkt.
Am Abend sorgt das Collegium Musicum noch für einen brillianten Abschied, so, wie es sich für eine Schule mit Musikschwerpunkt gehört.

Catharina Deege

 

 

 

Herrn Bredthauers Abschied mit „ein wenig Musik"? Ein Festakt des Collegium Musicum

„Hätte man mich vor einigen Jahren gefragt, wie ich mir meinen Abschied aus dem Schuldienst vorstellen würde, dann hätte ich gesagt: ,Keine großen Worte und ein wenig Musik.' - Doch beides hat nicht geklappt. Sowohl die vielen großen Worte heute Mittag in der Aula, als auch dieses Konzert waren mehr als großartig. Das interpretiert die Goetheschule also als ,ein wenig Musik'!"

So, oder zumindest so ähnlich erklangen die letzten Worte unseres aus dem Schulamt scheidenden Schulleiters Wilhelm Bredthauer am Abend des 26.01.2017.
Unter der beachtlichen Leitung von Martin Hurek luden das Collegium Musicum und das Sinfonieorchester der Goetheschule zum musikalischen Festakt in die Herrenhäuser Kirche ein.

Das vielseitige Programm, von Bachs Orchestersuite Nr. 3 über Holsts „Jupiter" aus ,Die Planeten' bis hin zu Elgars ,,March Nr. 1" aus Pomp and Circumstances wirkte souverän und eindrucksvoll auf das zahlreiche Publikum.
Das bekannte Trio aus letzterem Werk diente am Schluss des Konzerts als prunkvolle Zugabe.

 

 

Bereichert wurde dieses Programm der beiden Orchester mit eher solistischen Programmpunkten:
Zum einen durch die Solistin Katharina Pattberg (Jg. 11), welche auf ihrem Fagott Mildes „Konzertstudie 26“ musizierte, und zum anderen durch Qingzhu Weng (Jg.10), der als Solist zusammen mit dem Collegium Musicum beeindruckend Mozarts „Violinkonzert A-Dur“ interpretierte.
Außerdem beglückte Tabea Fuhrs Musikleistungskurs (Jg.11) die Zuschauer gesanglich von allen Seiten der Emporen herab, indem er für die modernen und traditionellen Werke die frühbarocke Technik der Mehrchörigkeit nutzte und somit den Zuschauern einen großräumigen "Stereoeffekt" bot.

Zum Ende des Konzerts war viel gesagt, zum Anfang jedoch noch nicht: Eröffnet wurde dieser Festakt mit begrüßenden Worten durch den neuen Schulleiter der Goetheschule, Michael Schneemann.

Beiden Schulleitern, ob im Amt oder im Ruhestand, wünscht die Goetheschule alles Gute für die Zukunft, und wir freuen uns auf viele weitere wundervolle Konzerte der Fachgruppe Musik!


Alina Sviridenko