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Die EP6 singt Volkslieder mit Bewohnern des Seniorenpflegezentrums „Integra“

Musik kann die grauen Zellen im Alter mobilisieren; im hohen Alter oder sogar bei Demenz kann Musik aus der Jugend neue Lebensenergie geben und eine mentale Regeneration fördern. Die Schüler der EP 6 arbeiteten in Referaten heraus, wie dies neurologisch funktioniert und welche Langzeitstudien diese wissenschaftliche Theorie unterstützen.

Aber diese Theorie sollte auch praktisch überprüft werden. Wir studierten ein Repertoire an Volksliedern ein und übten für einen Auftritt im Seniorenpflegezentrum Integra, zu dem der Schüler Berkay Karacan Kontakt aufgenommen hatte. Ziel war es, die Reaktionen der Bewohner zu beobachten, wenn sie mit der vermeintlich aus früheren Zeiten bekannten Musik konfrontiert werden.

 

2017_EP6_singt_Volkslieder_im_Altenheim

Und es war bemerkenswert: nach kurzer Zeit sangen wir nicht mehr alleine unsere Stücke vor, vielmehr stiegen viele Bewohner mit ein und unterstützten unseren Gesang lautstark. Manche bewegten sich tänzerisch auf ihren Stühlen oder freuten sich einfach über die gemeinsame Aktion. Im Anschluss kamen die Schüler bei hausgemachten Milchshakes ins Gespräch mit einigen Bewohnern. Eine Schülerin hat sogar einigen Bewohnern bei der Rückkehr auf deren Zimmern geholfen und gewann dadurch einen ganz individuellen Einblick in die Arbeit im Pflegeheim.

Mit der Absicht, eine wissenschaftliche Theorie zu überprüfen, sind wir gekommen - gegangen sind wir mit einer Erfahrung, die Jung und Alt vielleicht ein kleines Stückchen näher zusammengebracht hat.

Den Erfolg des Projekts verdanken wir besonders Herrn Koock, Leiter des sozialen Dienstes und Ergotherapeut im Integra. Er selbst singt bereits seit längerem im Integra und berichtet von erheblichen positiven Effekten auf den emotionalen Zustand der Bewohner.

Es bleibt die Frage, welche Musik bei uns im Altenheim gesungen werden wird, wenn wir einmal alt sind: Volkslied, Hip-Hop, Heavy Metal? Man darf gespannt sein.

Ein besonderer Dank geht an die Schulleitung der Goetheschule, die so kurz vor den Ferien trotz stressigen Umzugs der Schule nach Limmer und üblichem Zeugnis-Stress dieses Projekt unterstützt hat.


Text: Raphael Legrand

Foto: Contanze Krohne