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Goetheschüler fahren zur Expo nach Shanghai


Erste Eindrücke aus Shanghai

Nach gut 10 Stunden Flug sind wir gestern gegen 7.30 Ortszeit bei "null Sicht" sicher und glücklich gelandet. Auf der Fahrt zur Schule konnten wir die ersten Eindrücke von Shanghai sammeln: der Straßenverkehr ist nicht annähernd so chaotisch wie erwartet, es gibt kaum noch Baustellen(!!), und es wurde in den letzten Monaten viel Geld investiert, um die Shanghai zu "begrünen".
Leider präsentierte sich die Stadt (noch) nicht bei bestem Foto-Wetter: in der dichten Waschküche" konnte man die Silhouette Pudongs nur erahnen und die Spitzen der markanten Bauwerke von Jin Mao und dem "Flaschenöffner" SWFC verschwanden komplett im Nebel.

 

Die WuAi Senior High School erwartete uns schon mit "Warm welcome Goetheschule"-Banner und großem Empfangskomitee. Die chinesischen und deutschen Schüler waren sich auf Anhieb sympatisch und verschwanden nach kurzer Begrüßung mit Gastgebern und Eltern in das lange Familienwochenende.
Am Nachmittag zeigte sich auch schon ab und an die Sonne ;-)

 

Übung der Präsentation unseres "Würfelprojekts"

Nun haben wir bereits vier Tage in der EXPO-Stadt Shanghai verbracht und viele neue Eindrücke gewonnen.

 

Seit zwei Tagen üben wir mit unseren chinesischen Austauschschülern die Präsentation unseres "Würfelprojekts" in Englisch und Chinesisch ein. Inzwischen sind wir wahre "EXPO-Asse" und wissen, wie wir unser internationales Publikum für unser Projekt begeistern können.

 

Morgen werden unsere "Cubes" verschiedenen Shanghaier High Schools präsentiert, übermorgen stehen die Würfel im "Internationalen Kulturzentrum".

 

Da wir seit 2 Stunden endlich Sonne in Shanghai haben, sehen wir den kommenden Tagen sehr optimistisch entgegen :-)

 

 

Stadtteil Pudong und gläserner Skywalk

Nach der Präsentation unserer Würfel in der Schule fuhren wir mit der Metro an den Bund. Diese bekannte Uferstraße entlang des Huangpu ist in den vergangenen zwei Jahren komplett umgestaltet worden und ist nun wieder eine touristische Attraktion, die täglich von tausenden von Besuchern aus aller Welt angesteuert wird. Das obligatorische Gruppenfoto vor der Skyline von Pudong fiel uns bei knapp 30°C schwer, da uns die Schweißtropfen in die Augen liefen.

 

Im neuen Stadtteil Pudong wagten wir uns im Oriental Pearl Tower auf den gläsernen Skywalk in 259m Höhe und bestaunten die Hochhäuser aus der Froschperspektive.

 

Heute hatten wir 2 prägende Erlebnisse: ein Lehrer hatte am Vorabend seine Kamera im Auto vergessen. Am nächsten Morgen hatte sie ein Shanghaier Taxifahrer bereits an der Rezeption des Hotels abgegeben. Ein Schüler vermisste plötzlich am Bund, der für seine „begabten“ Taschendiebe bekannt ist, sein Portemonnaie mit Pass, EC-Karte und Geld. Keinen Cent gaben wir für das Wiederauffinden der Geldbörse. In der nahegelegenen Botschaft, wohin die Polizei uns begleitet hat, um den Verlust zu melden, war der Fund aber inzwischen von zwei ehrlichen Chinesen abgegeben worden. Ein riesiger Stein ist uns allen vom Herzen gefallen…

 

 

 

Tagestouren nach Tongli und Hangzhou

 

12_2010_Expo_Shanghai_11 Am Freitag fuhren wir per Bus um 6.20 Uhr (!!) von der Schule ab nach Tongli, einer wunderschönen Wasserstadt, etwa eineinhalb Stunden von Shanghai entfernt.
Dort angekommen - wir waren fast die ersten Touristen an diesem Tage - besuchten wir den Tuisi-Garten (Garten zur tiefen Besinnung), einen klassischen chinesischen Garten (UNESCO Welt-Kulturerbe).
Besonders schön war eine Bootsfahrt unter den unzähligen alten Brücken Tonglis hindurch. Ausschließlich Frauen steuerten die schaukelnden Flachboote. Auch Kormoranfischern konnten wir bei der Arbeit zusehen.

 

 Am Samstag fuhren wir mit dem Schnellzug nach Hangzhou. 38°C und gefühlte 150% Luftfeuchtigkeit erwarteten uns hier. Trotzdem absolvierten wir tapfer unser Besichtigungsprogramm. Zuerst besuchten wir die schöne Tempelanlage Lingyin Si (Kloster der Seelenzuflucht). Einer einem Tempel befindet sich ein knapp 20m hoher goldener Buddha. Auch den bekannten dicken "Happy Buddha" kann man am Feilai Feng bewundern. Eine Teeprobe in den Plantagen und eine entspannte Bootsfahrt auf dem Westsee rundeten den schönen Tag ab.

 

 

Wir sind EXPO !


 Seit Montag ist die Goetheschule die Attraktion auf der EXPO in Shanghai. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten mit dem "InteracTable" hat sich inzwischen alles wunderbar eingespielt. Unser Projekt zieht täglich viele Hundert interessierte Besucher - meist Chinesen- an. Unsere deutschen Schüler mit ihren chinesischen Partnern erfüllen ihre Aufgaben perfekt und mit sehr viel Engagement. Die internationalen Besucher sind ganz begeistert von der Technologie und den schönen Fotos unseres Shang-Over-Projekts. Es ergeben sich daraus auch viele weiterführende Gespräche über das Projekt  und über die Stadt Hannover.
 Zusätzlich sind die knallgrünen Shirts mit dem orange "Shang-Over"-Logo und den orangen Taschen der Hingucker auf der EXPO: überall sprechen uns Besucher an, ob sie mal ein gemeinsames Foto aufnehmen dürften. Danke nochmal an dieser Stelle unserem Ausrüstungssponsor Christoph & Oschmann!
Inzwischen sind viele unserer Schüler und Lehrer von dem chinesischen Virus des "Stempelsammelns" infiziert: nahezu jeder Staat, der sich auf der EXPO präsentiert, verfügt über einen speziellen EXPO-Stempel, den man in eigens dafür hergestellten EXPO-Pässen sammeln kann. Da die durchschnittliche Wartezeit vor den beliebten Pavillons aber zwischen 3  bis 6 Stunden liegt, können wir uns glücklich schätzen, dass wir mit unserer Akkreditierung für den Deutschen Pavillon auch gleich einen "Easy Access", also einen schnellen Zugang zu fast allen anderen Pavillons haben. So können wir mit unseren chinesischen Partnern als VIPs einen extra Eingang ohne Wartezeit benutzen. Das schafft Stempelzeit.
Im internen Ranking unserer Gruppe liegt der Deutsche Pavillon weit vorn, gefolgt von der Schweiz (mit seiner Seilbahn), Niederlande, USA und Italien.

 

 

Ministerpräsident McAllister und OB Weil besuchen unseren EXPO-Stand

 

 Das lange Warten hat endlich ein Ende: eigentlich sollte der neue niedersächsische MP David McAllister ja bereits um 16 Uhr zum Deutschen Pavillon kommen, aber sein Besuch anderer Pavillons auf dem weitläufigen EXPO-Gelände hatte sich "etwas" verzögert....und plötzlich waren er und seine Delegation an unseren Stand. Sofort waren wir auch von Fotografen und TV-Teams umgeben. Unsere Schüler erklärten dem Ministerpräsidenten unseren InteracTable "Shang-Over". Er war sehr angetan von unserer Schulpartnerschaft und erwähnte später in seiner offiziellen Rede im Deutschen Pavillon, dass es ihn sehr  emotional berührt hätte, wie die Schüler beider Staaten ihm das Projekt zusammen vermittelt hätten. Er schlug auch noch ein gemeinsames Gruppenbild vor, was auch von den anwesenden Reportern dankbar angenommen wurde.
Der OB Stefan Weil besuchte unseren Shang-Over-Stand auch noch mit seiner hannoverschen Delegation. Auch er war sehr beindruckt von unserem Kulturbeitrag, dass eine Schule aus Hannover die Stadt und das Land Niedersachsen so toll vertrete.
 Beide Politiker erhielten von Herrn Bredthauer ein grünes Polo-Shirt mit "Shang-Over"-Logo. Während des offiziellen Teil des Niedersachsenabends bildeten wir ein weithin sichtbares grünes Spalier. Anschließend wurden wir im Restaurant des Deutschen Pavillons zum Essen eingeladen - endlich mal wieder deutsche Küche!
MP McAllister und OB Weil stimmten dazu mit einigen Mitgliedern des Knabenchors Hannover das Niedersachsenlied an... ganz sturmfest und erdverwachsen...
 Für uns alle war es ein super Erlebnis, das wir nicht so schnell vergessen werden. 

 

Constanze Krohne