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Goetheschule ist RoboCup Vizeweltmeister

Es hat nicht ganz geklappt und ist doch ein riesiger Erfolg: Drei Schüler der Roboter-AG waren in Brasilien angetreten, um den Weltmeistertitel, den ihre Vorgänger letztes Jahr bei der RoboCup-WM in Eindhoven errungen hatten, zu verteidigen. Falk Trittschanke hat sich gegen alle Widrigkeiten den Titel des Vize-Weltmeisters erkämpft. Das Team aus Jan Thoden und Fabian Schulz hat sich einen hervorragenden achten Platz erarbeitet und sich damit in der Weltspitze als sehr konkurrenzfähigbewiesen.

Die Goetheschule gratuliert den Teilnehmern zu ihren Erfolgen und freut sich auf die Rückkehrer aus Südamerika!

Presseberichterstattung vor dem Titelgewinn

(Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung)

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Tagesberichte über die Weltmeisterschaft

Vor der Abreise

Bevor Jan Thoden, Fabian Schulz, Falk und Niko Trittschalke versuchen, den Weltmeistertitel, den die Goetheschule im vergangenen Jahr gewinnen konnte,  zu verteidigen, besuchte sie das Fernsehen kurz vor der Abreise nach Brasilien. Eine Einstimmung auf die WM ist in der Sat1-Mediathek einzusehen.

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Tage 1, 2 und 3: Anreise, Erholung und Einkauf

Nach einer mehr als 30-stündigen Anreise  konnten die Schüler Jan Toden, Fabian Schulz und Falk Trittschanke  sowie wir Lehrer jeweils ein bemerkenswertes  Zimmer von ca. 12 qm beziehen. Das Gute an dem Zimmer ist, dass kein Streit um die Belegung des Schrankes ausbrechen konnte, da in diesen nicht einmal das Gepäck eines Bewohners passen würde.

 

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Entschädigend wirkt allerdings der Strand direkt vor der Haustür und das warme, sonnige Wetter hier in Brasilien. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Luftfeuchtigkeit von 93%: Nach drei Tagen schwitzen macht es den WM-Fahrern der Goetheschule allerdings nur noch wenig aus. Nach einem Tag des Ausruhens von den doch erheblichen Reisestrapazen ging es an die Erkundung der Unterwasserwelt vor der brasilianischen Küste. Eine Schnorcheltour in den warmen Küstengewässern des Atlantiks gehört zum Muss einer erfolgreichen Weltmeisterschaft. Der Besuch eiens kleinen Marktes, auf dem die Vielfalt der Fruchtsorten Brasiliens zum Ausdruck kam, schloss sich an.
Eine kleine Wanderung von ca. 5 km Länge zur östlichsten Landspitze Südamerikas und ein traumhafter Sonnenuntergang rundeten den Tag ab.

 

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Tag 4: Weltkulturerbe Stadt Olinda

Die 1982 von der UNESCO wegen ihres geschlossenen kolonialen Stils zum Weltkulturerbe erhobene Stadt Olinda ist das kulturelle Highlight unseres brasilianischen WM-Trips. Schon die Anreise zum ersten Landepunkt der Portugiesen in Südamerika Olinda von unserem Quartier in Joao Pessoa ist eine interessante Erfahrung. Die Fahrt geht an kilometerlangen Zuckerrohrfeldern vorbei. Auch die Umwege des Busses durch kleinere Dörfer zeigen uns den Unterschied zu den Wohnverhältnissen in Europa auf beeindruckende Weise.

 

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Beim Treibenlassen durch die steilen Altstadtgassen, vorbei an den 22 gut erhaltenen Kirchen, den 11 Klöstern und den bunten Häuserzeilen mit maurischen Balkonen und portugiesischen Kacheln aus dem 16. Jahrhundert, wird die Geschichte des Ortes lebendig. Ein Muss für jeden Besucher des Nordostens Brasiliens und der Provinz Paraiba.

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Tag 5: Wanderung zum östlichsten Punkt Südamerikas

Nachdem wir uns von den Anstrengungen des brasilianischen öffentlichen Nahverkehrs erholt haben, nehmen

sonnenuntergang

wir heute eine Wanderung zum östlichen Punkt Südamerikas in Angriff. Die ca. 7 km führen auf dem Stand entlang und laden zu kurzen Badeunterbrechung

en ein. Ein letztes Ausruhen vor dem Wettkampf.

Ein traumhafter Sonnenuntergang, wie er nur in den Tropen nahe dem Äquator zu sehen ist, rundete den Tag ab.

 

 

 

 

Tag 6: Schrecksekunden

Schon bei der Anmeldung wird deutlich, welch buntes Nationengemisch sich zur WM in Joao Pessoa, Brasilien eingefunden hat. 45 Nationen stehen einträchtig bei ca. 32 Grad im Schatten (den es leider nicht gibt) und nach einem tropischen Regenguss bei sicherlich 98% Luftfeuchtigkeit in der Anmeldeschlange und diskutieren in einem Sprachen- und Gestengemisch die Feinheiten der Anmeldeformalitäten. Eine überaus verbindende Stimmung ob der geteilten Leiden kommt auf.


Das erste technische Einstellen der Roboter auf die Verhältnisse in Brasilien bringt größere Probleme mit sich. Unvorhersehbare technische Ausfälle zwingen das Team Powerfail Jan Thoden und Fabian Schultz das Herzstück des Roboters, das Microcontroler-Board vollständig auszutauschen. Nach umfangreichen Umbauten kann der Roboter seine Suche aber aufnehmen.  Unser zweites Team, error404, bestehend aus Niko und Falk Trittschanke, ist leider krankheitsbedingt nur durch Falk vertreten. Auch hier wurden durch den langen Flug diverse Teile des Roboters beschädigt, was Falk zu mehreren Stunden Reparaturen zwang. Falk ist jedoch nach den ersten Sondierungen der Wettkampfbahnen zuversichtlich, den Parcours gut durchlaufen zu können.

 

Tag 7: Der erste Wettkampftag

Die ersten drei von insgesamt 7 Wettkampfläufen standen heute für unsere 2 Teams an. Da von den 7 Läufen 6 in die Wertung um die Weltmeisterschaft eingehen, ist Konstanz vom ersten Tag an über den gesamten Zeitraum gefragt. Falk Trittschanke konnte 2 der 3 Läufe mit nahezu optimalen Ergebnissen erreichen. Fabian und Jan erzielten einmal die volle Punktzahl und ein weiteres Mal bis auf geringe Abzüge ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis. Nach dem ersten Wettkampftag sollten die Goetheschüler daher im oberen Drittel der Tabelle der weltbesten Teams zu finden sein.

 

Tag 8: Platz 4 und 8

Lediglich ein Speedbumper stand zwischen einer Platzierung unter den ersten drei Plätzen vor dem morgigen, alles entscheidenden letzten Lauf. Eine erneut äußerst gute Leistung in den drei Läufen des Tages halten Falk jedoch in unmittelbarer Nähe zu den Podiumsplätzen. Etwas Pech hatte Falk, als ihm bedingt durch einen schwereren Aufbau eine der Antriebsketten verloren ging, so dass er diesen Lauf nicht fortsetzten konnte.

Das Team Powerfail ist Sechster mit nur einem hauchdünnen Abstand zum Zweitplazierten nach den ersten drei von insgesamt sieben Läufen. Das macht deutlich, wie eng es in der Weltspitze ist. Die Teilnehmer brauchen für den Titel größte Konstanz auf sehr hohem Niveau. Schon kleinste Probleme, wie der Kurzschluss im Display des Roboters, lassen die Teams um 3 - 4 Plätze fallen. Jeder der sieben Läufe stellt ein spannendes kleines Drama für sich dar.

Tag 9: Team error_404 ist Vizeweltmeister, Team Powerfail belegt den 8. Platz

Ein fast perfekter Lauf mit nur wenigen Punkten Abzug gelang Falk zum Abschluss des Einzelwettbewerbes. Auf der sehr anspruchsvollen Bahn mit sehr hohem Schwierigkeitsgrad gelang dem Team error_404 der beste Lauf aller Teilnehmer. So gelang es Falk, sich noch im letzten Lauf an zweien der drei vor ihm platzierten Teams vorbeizuschieben. Damit hat sich das Team error_404 gleich bei der ersten Teilnahme in der absoluten Weltspitze etabliert. Bei weiteren als sicher einzuschätzenden Teilnahmen darf zukünftig auf einen Titel gehofft werden.

Das Team Powerfail hat sich mit einem 8. Platz bei einer Weltmeisterschaft hervorragend verkauft. Technische Probleme, wie der temporäre Ausfall eines Servomotors, machten die akribische Vorbereitung in nur einem Augenblick zu nichte. Es bleibt aber eine hervorragende Plazierung auch für dieses Team.
Es gehört damit zu den besten der Welt in seiner Disziplin und Altersgruppe.

 

Tag 10: Teamwettbewerb

In diesem abschließenden Wettbewerb steht die Kooperation zwischen den Nationen und deren Robotern im Mittelpunkt. Es wird jedem Einzelteam ein Partner aus einer anderen Nation zugelost - einzige Bedingung ist, dass die Nation eine andere Muttersprache als die eigene haben muss. Die zu lösende Aufgabe wird den Teilnehmern dabei erst einen Tag vorher bekanntgegeben. Der Kommunikationsweg, in dem sich die Teams abstimmen, ist hierbei manchmal auf die einfachsten Mittel wie Hände und Füße begrenzt. Nur drei Versuche entscheiden über die Weltmeisterschaft.

 

Fabian und Jan bekamen ein Team aus Italien zugelost, mit dem sie sich über eine nur gemeinsam zu lösende Aufgabe auseinandersetzten. Die Aufgabe wurde fast vollständig gelöst, so dass der fünfte Platz im Superteamwettbewerb erreicht werden konnte.

 

Team Error_404 hat ein nur wenig Englisch sprechendes Team aus Peru erwischt. Aufgrund der Kommunikationsprobleme war das Lösen der anstehenden Aufgaben äußerst schwierig.

 

Die Ergebnisse sind noch nicht in ihrer Endversion im Internet erschienen, evtl. geschieht das aber noch. Sie sind dann auf folgender Seite einsehbar:

Ergebnisse

 

 

Text: Dirk Stellfeldt, Joachim Selke, Kai Kämmerer

Fotos: Dirk Stellfeldt

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